So schnell kann es gehen — Come cambiano velocemente le cose

2014-07-23_14-19-19

Tat­säch­lich, noch am 21. Juli schrieb ich vor­sich­tig, aber doch opti­mis­tisch, dass ich bezüg­lich der Reb­krank­hei­ten nicht kla­gen könne. Ein paar von der Pero­no­s­pora befal­lene Blät­ter in fast allen Anla­gen, ein paar kranke Mer­lot-Trau­ben, damit konnte ich leben. Doch hat damals schon die Zeit­bombe ordent­lich getickt und seit ca. drei Wochen wird uns klar, dass nach 2008 dies das pflan­zen­schutz­mä­ßig ärgste Jahr sein wird. Außer — aber wie wahr­schein­lich kann so was sein — es reg­net ab jetzt bis zum Ende der Lese nie mehr und tro­ckene Winde sowie tiefe Nacht­tem­pe­ra­tu­ren brem­sen die schon jetzt begin­nende Trau­ben­fäul­nis ein.

Effet­tiv­a­mente, il 21 lug­lio scri­vevo ancora, con­vinto di un otti­mismo pacato, che non mi potevo lamen­tare delle fit­opa­tie. Qual­che foglia col­pita dalla pero­no­s­pora nei soliti vigneti ed alcuni gap­poli malati di Mer­lot; con questo grado di attacco potevo con­vi­vere. Ma allora, adesso lo si sà, la bomba ad oro­lo­ge­ria era già innes­cata. Da tre set­ti­mane sap­piamo che dopo il 2008 sarà l’annata più pesante dal punto di vista delle malat­tie della vite. Eccetto che d’ora in poi fino alla fine della ven­dem­mia non ci saranno più pre­ci­pi­ta­zioni ma gior­nate sec­che e ventose alter­nate da notti fredde, in modo da fer­mare la botrite che sta per par­tire alla grande.

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Bio nein, also konventionell? — Bio no, allora convenzionale?

Nicht immer, aber mit stei­gen­der Häu­fig­keit werde ich gefragt, ob ich mei­nen Wein­hof bio­lo­gisch oder gar bio­dy­na­misch führe. Wir prak­ti­zie­ren inte­grier­ten Pflan­zen­schutz, wes­halb ich ver­neine, was bei so man­chem Gesprächs­part­ner zumin­dest am Gesichts­aus­druck ersicht­li­che Ent­täu­schung her­vor­ruft. Lei­der ist es anlass­be­dingt sel­ten mög­lich oder ange­bracht, unsere eigene Metho­den zu erklä­ren, auch weil es so aus­sieht, als müsse ich mich für das Nicht-Bio ent­schul­di­gen.

Non sempre, ma sempre più spesso mi si chiede, se con­duco la mia azi­enda in modo bio­lo­gico o addi­rit­tura bio­dina­mico. Noi pra­ti­chiamo la lotta inte­grata per cui la mia ris­posta è nega­tiva. Ciò pro­voca alcune volte espres­sioni di delu­sione. Pur­troppo poche volte è pos­si­bile o oppor­t­uno comin­ciare a spie­gare la pro­pria meto­do­lo­gia anche per­chè pot­rebbe sem­brare come se mi dovessi scusare per non lavor­are in bio­lo­gico.

Als Schü­ler durfte ich zu Beginn der 80er Jahre die hin­rei­sen­den Plä­doy­ers des M. Bail­lod aus Changins mit­er­le­ben. Es war der von ihm wesent­lich pro­pa­gierte Inte­grierte Pflan­zen­schutz (IOBC) der erst­mals eine breit ange­legte Wende im Ver­hält­nis zwi­schen Land­wirt­schaft und Umwelt­schutz ein­lei­tete. Der umfas­sende Ansatz der Inte­grier­ten Pro­duk­tion (IP), dass “alle ver­wen­de­ten bio­lo­gi­schen Metho­den, Anbau­tech­ni­ken und che­mi­schen Pro­zesse unter dem Aspekt der Schaf­fung eines Gleich­ge­wichts zwi­schen dem Schutz der Umwelt, der Wirt­schaft­lich­keit und der sozia­len Bedürf­nisse aus­ge­sucht wer­den” (Zitat Wiki­pe­dia), hat mich von Anfang an über­zeugt.

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Kann das entscheidend sein? — Può questo essere decisivo?

Ich kann nicht schla­fen, des­halb schreibe ich, jetzt. Um 3.00 Uhr haben uns Gewit­ter­don­ner und Regen­ge­pras­sel geweckt. Sofort ist mir in den Kopf geschos­sen, dass wir heute ja die opti­mal rei­fen Char­don­nay der bewähr­ten Alt­an­lage “Oge­aner” wim­men woll­ten. Schon Sams­tags habe ich einige Trau­ben bemerkt, an denen die Bee­ren­haut begon­nen hat, braun zu wer­den und sich auf­zu­lö­sen. In mei­nem Ver­ständ­nis von Trau­ben­qua­li­tät kein Pro­blem, stellt das doch fast eine Mazera­tion am Stock dar, wert­volle Inhalts­stoffe der Bee­ren­haut wan­dern schon vor der Lese in den Saft.

Non riesco a dor­mire, e per­ciò scrivo, in questi instanti. Alle ore 3:00 il suono di tuoni e lo scro­sciare della piog­gia ci hanno sve­gliati. Instanta­nea­mente mi è pas­sato per la testa che pro­prio questo lun­edì vole­vamo ven­dem­miare le viti vec­chie dello Char­don­nay Oge­aner, ormai giunte ad ottima matu­ra­zione. Già il sabato ho scoperto le prime uve dove la buc­cia si comin­ciava a decom­porre, diven­tando bru­nas­tra. Secondo il mio con­cetto di qua­lità ciò non è un pro­blema, in quanto cos­ti­tuisce una spe­cie di mace­r­a­zione pre­fer­men­ta­tiva in pia­nta, com­posti import­anti della buc­cia ven­gono rila­sciate nel succo della polpa ancora prima della ven­dem­mia.

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Hassliebe

Oft sind es nur ein­zelne Beere, wel­che von der Fäul­nis ange­steckt wer­den, oft aber auch halbe und ganze Trau­ben. Sol­che unreif gefaul­ten Beere blei­ben sauer, und scha­den nicht nur der Güte des Wei­nes, son­dern geben ihm auch einen unan­ge­neh­men wid­ri­gen Geschmack, oder machen ihn gar unge­nieß­bar, wenn viele sol­che Trau­ben unter die andre kom­men.”
KALB 1810 *

Mit die­sem immer noch gül­ti­gem Zitat beginnt meine Diplom­ar­beit, wel­che ich 1990 an der Uni­ver­si­tät für Boden­kul­tur ein­ge­reicht habe. Seit der Beschäf­ti­gung mit “Die quan­ti­ta­ti­ven Ver­än­de­run­gen von Trau­ben­in­halts­stof­fen und die Akti­vi­täts­be­stim­mung des Enzyms Lac­case bei klas­si­fi­zier­tem Botry­tis­be­fall” kul­ti­viere ich zwangs­läu­fig ein beson­de­res Ver­hält­nis zu die­sem Pilz. Wir wis­sen, dass je nach Sorte, Befalls­zeit­punkt, herbst­li­chem Wit­te­rungs­ver­lauf und ange­streb­tem Wein­stil die­ser Pilz Segen oder Fluch bedeu­ten kann.

Unreif gefaul­ten Beere” habe ich bei unse­rem zuletzt gele­se­nen Gewürz­tra­mi­ner nicht gefun­den. Der im Bild ersicht­li­che Botry­tis­be­fall hat sich erst in den letz­ten Tagen danke der feuch­ten Wit­te­rung ent­wi­ckelt ‚wes­halb man schon von einer begin­nen­den Edel­fäule spre­chen kann. So etwas hat­ten wir noch nie, ich bin gespannt, wie sich diese etwas botry­tis­ge­prägte Teil­menge auf den Gesamt-Gewürz­tra­mi­ner aus­wir­ken wird.

* L.H. Kalb: Der Wein­bau nach theo­re­ti­schen und prak­ti­schen Kennt­nis­sen. Ver­lag Erhar­di­sche Buch­hand­lung, Stutt­gart 1810.

Angezählt — Sul tappeto

Viel­ver­spre­chend zeig­ten sich die Char­don­nay-Trau­ben noch vor zehn Tagen. Das gute Zucker-Säure-Ver­hält­nis, der aus­ge­prägte Geschmack sowie die damals fest­ge­stellte Scha­len­härte lie­ßen Hoff­nun­gen auf was Beson­de­res, sofern man sich getraut, so weit nach vorne zu sehen, auf­kom­men. Jetzt, nach meh­re­ren ergie­bi­gen Nie­der­schlags­ta­gen muss nur mehr um Scha­dens­be­gren­zung gerun­gen, ein K.-o.-Niederlage ver­mie­den wer­den.

Vera­mente pro­met­tenti si pre­sentavano ancora dieci giorni fa le uve di Char­don­nay. Il rap­porto molto inter­es­sante tra zuc­cheri ed aci­dità, il sapore par­ti­co­lare e la durezza della buc­cia lasci­a­rono sper­are, se si osa pre­ve­dere l’evoluzione di un vino, in qual­che cosa di più grande del solito. Adesso, dopo diverse gior­nate di piog­gia anche abbondante ci si deve accon­tarsi di argi­nare i danni, di evi­t­are una scon­fitta per K.O.

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Ein leichter Kretzer — Un rosato leggero

2009-09-30_09-49-37a… wird das auch heuer nicht wer­den. Macht nichts, bis jetzt hat es immer noch genug Kon­su­men­ten gege­ben, wel­che die­sem vor­nehm­lich als Essens­be­glei­ter zu betrach­ten­den Wein zuge­spro­chen haben. Und zuge­ge­ben, so einen Wein will und kann ich mit Mer­lot, unse­rer Haus­rot­wein­sorte, auch gar nicht machen. Will man näm­lich die all­ge­meine geschätzte, von Erd- und Him­bee­ren geprägte Frucht anstatt den Papri­ka­no­ten, dann muss mit der Lese zuge­war­tet wer­den. Dass dann der Alko­hol­ge­halt nicht mehr nur 12 % Vol betra­gen kann, ist nur allzu logisch.

… non ci sarà nean­che quest’anno. Non importa, finora si sono sempre tro­vati abbast­anza con­su­ma­tori che hanno optato per questo vino. Ed inoltre non voglio e non posso nean­che fare del nos­tro viti­gno rosso di casa un rosato leg­gero. Infatti, se si vogli­ono otte­nere le note app­rez­zate e ormai con­suete di lam­pone e fra­gola invece del pepe­rone biso­gna aspet­t­are con la ven­dem­mia. Che il risul­tato non si ferma ai 12 gradi alco­lici è però anche ovvio.

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Auch uns hat es erwischt — Anche noi siamo stati colpiti

2009-07-07_16-04-09Aber wir haben gleich­zei­tig auch rie­si­ges Glück gehabt. Es wurde (bis jetzt!) nur der Wein­gar­ten “Ober­feld” mit sei­nem Grauen Bur­gun­der vom Hagel getrof­fen und des­sen Trau­ben auch nur rela­tiv leicht auf der West­seite der Reb­zei­len. Andere Gebiete wie z.B. in Kal­tern und Tra­min wur­den unver­gleich­lich stär­ker geschä­digt. Dort gab es stel­len­weise Total­aus­fälle und Beschä­di­gun­gen des Reb­hol­zes, wel­che sich auch auf das nächste Jahr nega­tiv aus­wir­ken dürf­ten.

Ma siamo stati allo stesso momento (finora!) anche molto for­tu­nati. Questo per­chè dalla gran­dine è stato col­pito solo il vigneto “Ober­feld” col suo Pinot gri­gio ed inoltre uni­ca­mente i grap­poli esposti verso ovest pre­sen­tano acini dan­n­eg­giati. Altre zone come quelle nei comuni di Cal­daro e Ter­meno sono col­piti in maniera incom­pa­ra­bilmente mag­giore. Là si hanno tal­volte per­dite totali della pro­du­zione e dan­n­eg­gia­menti dei tralci che avranno riper­cus­sioni anche sull’anno prossimo.

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Weinlese im Eilverfahren: Chardonnay Ogeaner

Irgend­wie bin ich schon etwas stolz auf unsere Char­don­nay-Anlage Oge­aner. Am süd­lichs­ten Rand der Gemeinde Mar­greid und damit fast an der Lan­des­grenze gele­gen, stellt sie mit ihren über­wie­gend über 60 Jahre alten Stö­cken einen mar­kan­ten Mosa­ik­stein im Gebilde unse­res Betrie­bes dar. Zudem war es das erste Grund­stück, das mein Vater, sei­ner­zeit schon mit die­ser Sorte bestockt, in den 50er Jah­ren erwor­ben hat. Der Boden ist ein sehr durch­läs­si­ger Flins­bo­den, wie in die Etsch im Laufe der unzäh­li­gen Über­schwem­mun­gen vor ihrer Regu­lie­rung gene­riert hat.

Das Erzie­hungs­sys­tem (im Bild ein Foto aus dem vori­gen Jahr) ist, ent­spre­chend dem Alter des Wein­gar­tens, eine ein­fa­che Pergl mit Nord-Süd-Aus­rich­tung. Die Qua­li­tä­ten, wel­che diese Anlage lie­fert, sind sehr kon­stant; die Weine wei­sen immer die Char­don­nay-typi­sche Banane- und Ana­nas-Noten auf, die Säure ist nie zu tief. Auch wenn mir der Aus­druck gar nicht gefällt, so sagen viele Kos­ter die­sen Wei­nen eine bemer­kens­werte Mine­ra­li­tät nach (und sind ganz ver­wun­dert, wenn ich ihnen die Her­kunft des Wei­nes ver­rate).

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