Es gibt nur fünf Fässer Rotwein aber die Weißen riechen phantastisch — Abbiamo fatto solo cinque fusti di vino rosso ma i bianchi hanno profumi fantastici


Die­ser locker hin­ge­wor­fene Satz fasst tref­fend das ver­gan­gene Jahr zusam­men. Es war für mich als Wein­bauer ein schwie­ri­ges Jahr, das kann man wohl sagen. Der tro­ckene und kalte Win­ter hat zu den stärks­ten Win­ter­schä­den geführt, die ich bis jetzt erlebt habe. Zahl­rei­che alte Char­don­nay- und Rulän­der­re­ben am Oge­aner und Klaus­ner erwach­ten nicht mehr aus dem Win­ter­schlaf. Bei den meis­ten davon gab es auch keine Aus­triebe an der Basis, soge­nannte Mar­tit­schen, mit wel­chen man in ein bis zwei Jah­ren einen neuen Stock auf­bauen kann; sie muss­ten mit Jungre­ben auf­wen­dig ersetzt wer­den. 

Questa frase but­tata lì, ris­pec­chia nono­stante la sua incom­ple­tezza l’annata scorsa. Per me come vignaiolo era un’annata dif­fi­cile, di sicuro. L’inverno freddo e secco ha pro­vo­cato i peg­giori danni che io abbia visto finora. Tanti ceppi vec­chi di Char­don­nay e Pinot gri­gio nei vigneti Oge­aner e Klaus­ner non si sono più ris­ve­gliati in pri­ma­vera. Nella stra­grande mag­gior­anza dei casi le viti non hanno nean­che ricac­ciato dal basso ma dove­vano essere sosti­tuite in modo impeg­na­tivo con gio­vani barb­a­telle. 

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Immer wieder… Peronospora — Sempre di nuovo… Peronospora

2008-07-24_08-18-30Eigent­lich will ich über­haupt nicht gerne über den Fal­schen Reben­mehl­tau, auch Pero­no­s­pora (lat. Plas­mo­para viti­cola) schrei­ben. Denn es bedeu­tet, dass sie ein aktu­el­les Pro­blem dar­stellt und zudem weil ich schon meh­rere Bei­träge not­ge­drun­gen in den letz­ten Jah­ren dar­über ver­öf­fent­licht habe; ich müsste mich irgend­wie zu oft wie­der­ho­len. And­rer­seits soll der geschätzte Leser schon bemer­ken, was uns Wein­bau­ern im Jah­res­lauf — auch an weni­ger Erfreu­li­chem — so bewegt.

In realtà non volevo pro­prio scri­vere a pro­po­sito della pero­no­s­pora (lat. Plas­mo­para viti­cola). Per­ché signi­fica che cos­ti­tuisce un attuale pro­blema e poi per neces­sità ne ho scritto già diversi post gli anni scorsi. D’altra parte il let­tore ha il diritto di essere infor­mato anche a pro­po­sito degli avve­nimenti meno felici dell’annata agraria.

Ganz Nord- und Mit­tel­eu­ropa, im wein­bau­li­chen Sinne ver­stan­den, ist heuer von die­ser Reb­krank­heit extrem stark betrof­fen. Vie­ler­orts sind die Schä­den an den Trau­ben so groß, dass par­zel­len­weise auch von 20 bis 60 %, manch­mal sogar von Total­aus­fäl­len die Rede ist. Auch das Laub ist dem­entspre­chend in Mit­lei­den­schaft gezo­gen, aber dies­be­züg­lich kann sich die Rebe mit einer ver­mehr­ten Geiz­trie­bil­dung selbst etwas hel­fen.

Tutto il nord ed il cen­tro Europa, viti­col­tu­ralmente par­lando, è col­pito in modo mas­sic­cio da questa ampelo­pa­tia. In tanti posti i vigneti sono col­piti così forte che si parla di per­dite che a seconda delle par­celle sono tra i 20 ed i l 60 %, ma rag­gi­ungono anche il 100 %. Anche le fog­lie sono com­pro­messe, ma quì la vite in parte è capace di aiut­arsi pro­du­cendo più femmi­nelle.

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So schnell kann es gehen — Come cambiano velocemente le cose

2014-07-23_14-19-19

Tat­säch­lich, noch am 21. Juli schrieb ich vor­sich­tig, aber doch opti­mis­tisch, dass ich bezüg­lich der Reb­krank­hei­ten nicht kla­gen könne. Ein paar von der Pero­no­s­pora befal­lene Blät­ter in fast allen Anla­gen, ein paar kranke Mer­lot-Trau­ben, damit konnte ich leben. Doch hat damals schon die Zeit­bombe ordent­lich getickt und seit ca. drei Wochen wird uns klar, dass nach 2008 dies das pflan­zen­schutz­mä­ßig ärgste Jahr sein wird. Außer — aber wie wahr­schein­lich kann so was sein — es reg­net ab jetzt bis zum Ende der Lese nie mehr und tro­ckene Winde sowie tiefe Nacht­tem­pe­ra­tu­ren brem­sen die schon jetzt begin­nende Trau­ben­fäul­nis ein.

Effet­tiv­a­mente, il 21 lug­lio scri­vevo ancora, con­vinto di un otti­mismo pacato, che non mi potevo lamen­tare delle fit­opa­tie. Qual­che foglia col­pita dalla pero­no­s­pora nei soliti vigneti ed alcuni gap­poli malati di Mer­lot; con questo grado di attacco potevo con­vi­vere. Ma allora, adesso lo si sà, la bomba ad oro­lo­ge­ria era già innes­cata. Da tre set­ti­mane sap­piamo che dopo il 2008 sarà l’annata più pesante dal punto di vista delle malat­tie della vite. Eccetto che d’ora in poi fino alla fine della ven­dem­mia non ci saranno più pre­ci­pi­ta­zioni ma gior­nate sec­che e ventose alter­nate da notti fredde, in modo da fer­mare la botrite che sta per par­tire alla grande.

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Prognosen? Ja sicher! — Previsioni? ma certo!

2014-07-17_17-58-59So ab Mitte Juli wer­den an uns Pro­du­zen­ten übli­cher­weise die ers­ten Fra­gen bezüg­lich des Jah­res­ver­laufs gestellt. Und wie immer steht der vor­aus­sicht­li­che Lese­be­ginn im Mit­tel­punkt des Inter­es­ses, bis in ein paar Wochen hin­ge­gen schon fest über Qua­li­tät des 14ers debat­tiert wer­den wird. Nun, ich selbst habe eigent­lich nie die phä­no­lo­gi­schen Daten mei­ner Wein­gär­ten expli­zit fest­ge­hal­ten, wes­halb mir genaue Ver­glei­che feh­len, aber mein ers­ter Ein­druck, der übri­gens von den Kol­le­gen geteilt wird, ist, dass wir wahr­schein­lich wie in den letz­ten zehn vom Kli­ma­wan­del gepräg­ten Jah­ren mit dem Wim­men begin­nen wer­den.

Di solito a par­tire da metà lug­lio ven­gono poste a noi pro­dut­tori le prime domande circa il decorso della sta­gione vege­ta­tiva. E come di con­sueto sta al cen­tro dell’interesse la data pre­vista per l’inizio della ven­dem­mia. Fino a quando tra qual­che set­ti­mana verrà sosti­tuito dalla dis­cus­sione circa la qua­lità dell’annata 2014. Ecco, finora non ho mai osser­vato e regis­trato in modo sis­te­ma­tico le fasi  feno­lo­gi­che dei miei vigneti, per cui non posso fare con­fronti pre­cisi. La mia prima impres­sione però, che per­al­tro viene con­fer­mata dal parere dei miei col­leghi, mi dice che comin­ce­remo con la ven­dem­mia come negli ultimi dieci anni, cioè quelli carat­te­riz­zati dal cam­bia­mento cli­ma­tico.
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Schluss mit lustig — Basta scherzare


Pflan­zen­schutz­mä­ßig bin ich heuer sicher­lich an meine Gren­zen gesto­ßen. Zumin­dest zwi­schen­zeit­lich; der Zustand der abge­bil­de­ten Char­don­nay-Reben bei der Ernte zeigt es klar. Wie schon recht aus­führ­lich vori­ges Jahr berich­tet habe, prak­ti­ziere ich den Inte­grier­ten Pflan­zen­schutz. Meine Maxime ist, so sel­ten wie mög­lich Pflan­zen­schutz­mit­tel aus­zu­brin­gen. Dafür wird gegen unse­ren Haupt­feind, die Pero­no­s­pora, nur gezielt vor­beu­gend gespritzt d.h. unmit­tel­bar vor pro­gnos­ti­zier­ten Regen­fäl­len, wobei sich der Bekämp­fungs­be­ginn am Erschei­nen der Ölfle­cken der Pri­mär­in­fek­tion ori­en­tiert.

Circa la difesa della vite ho toc­cato quest’anno sicur­a­mente i miei limiti. Almeno a breve ter­mine; la foto ripresa alla ven­dem­mia dello Char­don­nay è uni­voca. Come ho già spie­gato pra­tico la lotta inte­grata. Cerco di fare il numero più basso di trat­ta­menti. Per arri­vare a ciò tratto con­tro la Pero­no­s­pora, il nemico princi­pale delle nostre viti, in modo pre­ven­tivo mirato, cioè solo poco prima di pres­unte pre­ci­pi­ta­zioni. L’inizio della lotta invece si ori­enta alla com­parsa delle mac­chie d’olio pro­vo­cate dalle infe­zioni pri­ma­rie.

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In der grünen Hölle — Nell’inferno verde

Die zahl­rei­chen Nie­der­schläge seit dem Früh­ling und die letzt­lich andau­ernd hohen Tem­pe­ra­tu­ren haben bei uns ein plötz­li­ches Reb­wachs­tum aus­ge­löst, das in mei­ner per­sön­li­chen Erin­ne­rung sei­nes­glei­chen sucht. Deut­lich frü­her als sonst haben die Reb­triebe bei den Spa­lier­an­la­gen das oberste Draht­paar erreicht bzw. bei den Per­geln den äußers­ten Draht. Viel­fach hat der Zuwachs auch diese Gren­zen über­schrit­ten und hängt in die Fahr­gas­sen, teil­weise haben die Triebe begon­nen, ein grü­nes Dach dar­über aus­zu­bil­den.

Le nume­rose pre­ci­pi­ta­zioni pri­ma­ve­rili e le con­ti­nue alte tem­pe­ra­ture di recente hanno sus­ci­tato da noi una vigo­ria delle vigne che non mi ricordo di avere mai visto. Molto prima del solito i getti hanno rag­gi­unto il paio di fili più alto nel caso delle spal­liere o l’ultimo filo delle per­gole. In tanti casi anche questi limiti sono stati oltre­pas­sati dai tralci che pen­dono nell’interfilare ed in parte for­mano già un tetto verde.

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Seit 55 Jahren? — Da 55 anni?

Seit 1957 soll es so was in mei­ner Gegend nicht mehr gege­ben haben. Eine Pri­mär­in­fek­tion des Fal­schen Mehl­taus (auch Pero­no­s­pora genannt), wel­che so mas­siv war, dass nicht nur über­ver­hält­nis­mä­ßig viele Blät­ter, son­dern sogar die Gescheine zum Teil deut­lich davon befal­len sind. In man­chen betrof­fe­nen Reb­an­la­gen ist der Befall schon jetzt durch das Weg­las­sen der Ertrags­re­gu­lie­rung im Juli nicht mehr aus­gleich­bar. Die Natur, und damit auch die Scha­der­re­ger, über­ra­schen eben immer wie­der.

Dal 1957 non si è più avverata dalle mie parti, così mi è stato detto, un’infezione pri­ma­ria così mas­sic­cia da parte della Pero­no­s­pora. Non solo rela­tiv­a­mente tante fog­lie, ma anche tante infio­re­scenze ne sono col­piti. In diversi vigneti la per­d­ita di pro­dotto non è più recup­era­bile tralasci­ando il dirad­amento a lug­lio. La natura e con lei i pato­geni ci con­ti­nuano a sor­pren­dere.

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Bio nein, also konventionell? — Bio no, allora convenzionale?

Nicht immer, aber mit stei­gen­der Häu­fig­keit werde ich gefragt, ob ich mei­nen Wein­hof bio­lo­gisch oder gar bio­dy­na­misch führe. Wir prak­ti­zie­ren inte­grier­ten Pflan­zen­schutz, wes­halb ich ver­neine, was bei so man­chem Gesprächs­part­ner zumin­dest am Gesichts­aus­druck ersicht­li­che Ent­täu­schung her­vor­ruft. Lei­der ist es anlass­be­dingt sel­ten mög­lich oder ange­bracht, unsere eigene Metho­den zu erklä­ren, auch weil es so aus­sieht, als müsse ich mich für das Nicht-Bio ent­schul­di­gen.

Non sempre, ma sempre più spesso mi si chiede, se con­duco la mia azi­enda in modo bio­lo­gico o addi­rit­tura bio­dina­mico. Noi pra­ti­chiamo la lotta inte­grata per cui la mia ris­posta è nega­tiva. Ciò pro­voca alcune volte espres­sioni di delu­sione. Pur­troppo poche volte è pos­si­bile o oppor­t­uno comin­ciare a spie­gare la pro­pria meto­do­lo­gia anche per­chè pot­rebbe sem­brare come se mi dovessi scusare per non lavor­are in bio­lo­gico.

Als Schü­ler durfte ich zu Beginn der 80er Jahre die hin­rei­sen­den Plä­doy­ers des M. Bail­lod aus Changins mit­er­le­ben. Es war der von ihm wesent­lich pro­pa­gierte Inte­grierte Pflan­zen­schutz (IOBC) der erst­mals eine breit ange­legte Wende im Ver­hält­nis zwi­schen Land­wirt­schaft und Umwelt­schutz ein­lei­tete. Der umfas­sende Ansatz der Inte­grier­ten Pro­duk­tion (IP), dass “alle ver­wen­de­ten bio­lo­gi­schen Metho­den, Anbau­tech­ni­ken und che­mi­schen Pro­zesse unter dem Aspekt der Schaf­fung eines Gleich­ge­wichts zwi­schen dem Schutz der Umwelt, der Wirt­schaft­lich­keit und der sozia­len Bedürf­nisse aus­ge­sucht wer­den” (Zitat Wiki­pe­dia), hat mich von Anfang an über­zeugt.

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Der Besuch der alten Dame — La visita della vecchia signora

Aber anders als in der Tra­gi­ko­mö­die von Dür­ren­matt braucht man sich von die­ser, den euro­päi­schen Wein­bau seit bald 150 Jah­ren heim­su­chen­den Pilz­krank­heit Pero­no­s­pora, vom Erre­ger Plas­mo­para viti­cola ver­ur­sacht, gar nichts Posi­ti­ves erwar­ten. Bis vor kur­zem hat die sehr tro­ckene Wit­te­rung sich hin­sicht­lich der Pflan­zen­ge­sund­heit posi­tiv aus­ge­wirkt. Weder der Echte (Uncin­ula neca­tor) und noch weni­ger der Fal­sche Reben­mehl­tau, ein wei­te­rer Name für die Pero­no­s­pora, konn­ten sich in mei­ner Gegend gefähr­lich ent­wi­ckeln. Des­halb haben wir bis zu die­ser Regen­pe­ri­ode auch nur eine kom­bi­nierte Behand­lung, wel­che haut­psäch­lich gegen den Oidi­um­pilz gerich­tet war, und zwar am 31. Mai, aus­ge­bracht.

Diver­sa­mente però che nel dramma di Dür­ren­matt non ci si può aspet­t­are niente di posi­tivo dalla pero­no­s­pora, in latino Plas­mo­para viti­cola, che flag­gella la viti­col­tura europea da quasi 150 anni. Fino a poco fa il tempo asci­utto ci ha aiutato parec­chio a pro­po­sito, nè l’odio (Uncin­ula neca­tor) e tan­to­meno la pero­no­s­pora si sono svi­luppate in modo per­i­co­loso nella mia zona. Per questo fino al peri­odo pio­voso attuale ho fatto un solo trat­ta­mento, il 31 mag­gio, rivolto soprat­tutto con­tro l’oidio, detto anche mal bianco della vite.

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Die Blattfallkrankheit der Rebe

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So wurde die vom Pilz Plas­mo­para viti­cola ver­ur­sachte Pero­no­s­pora genannt, als sie Ende des 19. Jahr­hun­derts, von Ame­rika kom­mend, sich in Europa aus­brei­tete. Bis Kup­fer als bis heute wirk­sa­mes Fun­gi­zid ent­deckte wurde, gab es keine Mit­tel dage­gen und nach meh­re­ren Infek­tio­nen fiel auch tat­säch­lich ein Groß­teil des Lau­bes zu Boden, was nicht nur den gesam­ten Ern­te­aus­fall bedeu­tete son­dern sogar das Über­le­ben der Stö­cke gefähr­dete.

Auf Grund der wie­der ein­mal unge­wöhn­li­chen Wit­te­rungs­ver­hält­nisse wäh­rend die­ses Früh­jahrs und Som­mers mit häu­fi­gen und ergie­bi­gen Nie­der­schlä­gen in kur­zen Abstän­den fand die­ser Pilz, der auch als Fal­scher Mehl­tau bezeich­net wird, mehr als nur ideale Bedin­gun­gen vor.

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