First „Merlot Klausner“ Delivery Tour

Birgit Alber, Wirtshaus Vögele

Jetzt schmeißt auch er mit unnötigen Anglizismen herum, werden sich gar einige Leserinnen und Leser dieses Weblogs zu Recht mokieren. Stimmt, auch mit gefällt das üblicherweise nicht, die deutsche Sprache sollte genügend Ausdrucksmöglichkeiten bieten, aber gestern war ein toller Moment und ich wollte auch einmal so richtig groß tun.

Gleich nach der Vinitaly, wo ich ihn noch als Fassprobe den Interessierten zeigte und besonders zur Vinea tirolensis, trafen für unseren ersten Rotwein Merlot Klausner 2006 Riserva Vorbestellungen ein. Laut DOC-Regelung hinsichtlich der Bezeichnung Riserva dürfen die so bezeichneten Weine ab dem 1. Oktober zwei Jahre nach deren Weinlese vermarktet werden.

Mit einem Tag Verspätung haben sich Monika und ich, eine Atempause zwischen den Einkellerungen nutzend, nachmittags auf den Weg gemacht und die bestellten Mengen ausgeliefert. Un da es, wie gesagt, für mich ein wichtiges Ereignis war, wollten wir diese Momente samt den Kundschaften, welche uns ihr wertvolles Vertrauen schenken, auch fotografisch festhalten. Im Bild Birgit Alber vom Wirtshaus Vögele.

Bis spätabends wurden in dieser Reihenfolge besucht:

Nicht geschafft haben wir es, auch noch beim Restaurant La Perla (Corvara) und dem Vintschger Wiederverkäufer DeGusto vorbeizuschauen. Aus logistischen Gründen muss auch die Enoteca Bonatti in Florenz noch etwas auf den Merlot warten, während unser italienweiter Wiederverkäufer Proposta Vini einiges an Flaschen schon am Vormittag selbst abgeholt hat.

Der Merlot kann für Margreid durchaus als eine traditionelle Sorte bezeichnet werden. Jahrzentelang wurden seine Trauben zwar gerne u.a. als „Weichmacher“ für die harten, grasigen, aber besser bewerteten Cabernets und Carmenères verwendet, aber seltenst dementsprechend gut bezahlt. Erst in den 90er Jahren konnte er zu einem wirklichen qualitativen und ökonomischen Höhenflug ansetzen, der Merlot Brenntal der Kellerei Kurtatsch ist ein gutes Beispiel dafür. Leider ist die Sorte jetzt, das Bordelaiser Ursprungsgebiet natürlich ausgenommen, etwas aus der Mode gekommen. Ich bin aber überzeugt, dass es trotzdem noch genügend Weintrinker gibt, welche diesen hochwertigen Rotwein weiterhin schätzen.

Hinsichtlich der Vinifizierung wurden Techniken angewandt, welche der für unseren Betrieb üblichen defensiven Önologie entsprechen. Unser Merlot (Bilder von 2007 hier) wurde im großen offenen Stahlfass vergoren, wobei der Tresterhut anfänglich zwei Mal am Tag händisch untergestoßen wurde. Als maximale Gärtemperatur wurden 28 °C eingestellt. Nach dem vollständigem Abbau des Zuckers folgte bei abgesenktem Schwimmdeckel eine Nachmazeration für zehn Tage. Danach wurde der Jungwein von den Trestern abgezogen, es folgte das Absitzenlassen des groben Hefetrubes sowie das Füllen der gebrauchten Barriques – eigentlich Pièces – und der biologische Säureabbau. Nach der Filtration mit dem Tangentialfilter wurden die Weine im Frühjahr 2008 gefüllt.

Im Aroma erinnert der Merlot Klausner 06 an reife Waldfrüchte und Dörrobst, im Hintergrund riecht man etwas die Kaffee-Noten der Holztoastung. Die Gerbstoffstruktur ist feinkörnig, nicht aufdringlich und doch präsent. Die Merlot-typische Fülle vervollständigt das angenehme Mundgefühl.

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