Immer wieder… Peronospora — Sempre di nuovo… Peronospora

2008-07-24_08-18-30Eigent­lich will ich über­haupt nicht gerne über den Fal­schen Reben­mehl­tau, auch Pero­no­s­pora (lat. Plas­mo­para viti­cola) schrei­ben. Denn es bedeu­tet, dass sie ein aktu­el­les Pro­blem dar­stellt und zudem weil ich schon meh­rere Bei­träge not­ge­drun­gen in den letz­ten Jah­ren dar­über ver­öf­fent­licht habe; ich müsste mich irgend­wie zu oft wie­der­ho­len. And­rer­seits soll der geschätzte Leser schon bemer­ken, was uns Wein­bau­ern im Jah­res­lauf — auch an weni­ger Erfreu­li­chem — so bewegt.

In realtà non volevo pro­prio scri­vere a pro­po­sito della pero­no­s­pora (lat. Plas­mo­para viti­cola). Per­ché signi­fica che cos­ti­tuisce un attuale pro­blema e poi per neces­sità ne ho scritto già diversi post gli anni scorsi. D’altra parte il let­tore ha il diritto di essere infor­mato anche a pro­po­sito degli avve­nimenti meno felici dell’annata agraria.

Ganz Nord- und Mit­tel­eu­ropa, im wein­bau­li­chen Sinne ver­stan­den, ist heuer von die­ser Reb­krank­heit extrem stark betrof­fen. Vie­ler­orts sind die Schä­den an den Trau­ben so groß, dass par­zel­len­weise auch von 20 bis 60 %, manch­mal sogar von Total­aus­fäl­len die Rede ist. Auch das Laub ist dem­entspre­chend in Mit­lei­den­schaft gezo­gen, aber dies­be­züg­lich kann sich die Rebe mit einer ver­mehr­ten Geiz­trie­bil­dung selbst etwas hel­fen.

Tutto il nord ed il cen­tro Europa, viti­col­tu­ralmente par­lando, è col­pito in modo mas­sic­cio da questa ampelo­pa­tia. In tanti posti i vigneti sono col­piti così forte che si parla di per­dite che a seconda delle par­celle sono tra i 20 ed i l 60 %, ma rag­gi­ungono anche il 100 %. Anche le fog­lie sono com­pro­messe, ma quì la vite in parte è capace di aiut­arsi pro­du­cendo più femmi­nelle.

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Das Erbe von 2014 — L’eredità del 2014


2015-01-13_15-24-41Jahre, wo an der Rebe ent­we­der durch Pflan­zen­krank­hei­ten oder durch Unwet­ter Schä­den ent­ste­hen, wir­ken sich auch immer auf das Fol­ge­jahr aus. Beson­ders der Hagel­schlag bringt je nach Inten­si­tät Fol­gen für ein bis zwei Jahre mit. Der Blatt­mas­se­ver­lust bewirkt deut­li­che schwä­chere Frucht­ru­ten, wel­che zudem kaum bieg­bar sind, da sie an den Stel­len, wo die Hagel­kör­nern Wun­den in den Trieb geschla­gen haben, extrem leicht bre­chen. Des­we­gen ist im Zuge des Reb­schnit­tes die Aus­wahl an Frucht­ru­ten begrenzt, sie kön­nen nicht nach der Posi­tion am Reb­holz wie üblich aus­ge­wählt wer­den, son­dern müs­sen zudem hin­sicht­lich ihres Gesund­heits­zu­stand aus­ge­sucht wer­den. Wenn es ganz schlimm geha­gelt hat, ist nur mehr Zap­fen­schnitt mög­lich, was aber auf Grund der ver­schie­de­nen Basal­knos­pen­frucht­bar­keit nicht für alle Sor­ten zufrie­den­stel­lend ist.

Le annate carat­te­riz­zate da attac­chi mas­sicci di malat­tie fun­gi­nee o forti intem­pe­rie si riper­cuo­tono anche sull’anno seguente. Soprat­tutto la gran­dine si fa sen­tire ancora uno o anche due anni dopo. La per­d­ita di massa fogliare pro­voca tralci deci­samente più deboli che poi sono anche molto meno pieg­he­voli, in quanto si spaccano facilmente in cor­ris­pon­denza delle ferite che hanno pro­vo­cato i chic­chi di gran­dine. La scelta dei capi da frutto di con­se­guenza è limi­tata in quanto non si basa come è nor­male sulla posi­zione del tral­cio sul ceppo ma in più sullo stato sani­ta­rio. In casi di gran­di­nate molto forti non rimane che ripie­gare sulla pota­tura a cor­done spe­ro­nato. Solu­zione non sempre ideale in quanto la fer­ti­lità delle gemme basali non è sod­dis­fa­cente per tutti le varietà. 

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So schnell kann es gehen — Come cambiano velocemente le cose

2014-07-23_14-19-19

Tat­säch­lich, noch am 21. Juli schrieb ich vor­sich­tig, aber doch opti­mis­tisch, dass ich bezüg­lich der Reb­krank­hei­ten nicht kla­gen könne. Ein paar von der Pero­no­s­pora befal­lene Blät­ter in fast allen Anla­gen, ein paar kranke Mer­lot-Trau­ben, damit konnte ich leben. Doch hat damals schon die Zeit­bombe ordent­lich getickt und seit ca. drei Wochen wird uns klar, dass nach 2008 dies das pflan­zen­schutz­mä­ßig ärgste Jahr sein wird. Außer — aber wie wahr­schein­lich kann so was sein — es reg­net ab jetzt bis zum Ende der Lese nie mehr und tro­ckene Winde sowie tiefe Nacht­tem­pe­ra­tu­ren brem­sen die schon jetzt begin­nende Trau­ben­fäul­nis ein.

Effet­tiv­a­mente, il 21 lug­lio scri­vevo ancora, con­vinto di un otti­mismo pacato, che non mi potevo lamen­tare delle fit­opa­tie. Qual­che foglia col­pita dalla pero­no­s­pora nei soliti vigneti ed alcuni gap­poli malati di Mer­lot; con questo grado di attacco potevo con­vi­vere. Ma allora, adesso lo si sà, la bomba ad oro­lo­ge­ria era già innes­cata. Da tre set­ti­mane sap­piamo che dopo il 2008 sarà l’annata più pesante dal punto di vista delle malat­tie della vite. Eccetto che d’ora in poi fino alla fine della ven­dem­mia non ci saranno più pre­ci­pi­ta­zioni ma gior­nate sec­che e ventose alter­nate da notti fredde, in modo da fer­mare la botrite che sta per par­tire alla grande.

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Wie schaut’s aus? — Com’è?

2013-06-19_15-39-56Es ist sicher­lich Zeit, den bis­he­ri­gen Vege­ta­ti­ons­ver­lauf kurz zu bespre­chen; bevor schon im Juli die ers­ten den zur Gewohn­heit gewor­de­nen Jahr­hun­dert­jahr­gang pro­phe­zei­en­den Ern­te­pro­gno­sen die mediale Runde machen wer­den. Nun, den wenigs­ten wird ent­gan­gen sein, dass wir heuer ein kal­tes und über­aus nas­ses Früh­jahr hat­ten. Immer wie­der hat­ten wir auch in der Tal­sohle leichte Schnee­fälle zu ver­zeich­nen, die häu­fi­gen Nie­der­schläge durch­näss­ten sehr stark die Reb­bö­den, wel­che in die­sem Zustand bei jedem Befah­ren mit den Trak­to­ren  lit­ten.

È sicur­a­mente ora di parl­are dell’andamento vege­ta­tivo finora con­se­guito. Prima che girino per i media già a lug­lio le prime pre­vi­sioni pre­ven­dem­miali che come con­sueto pre­diranno un’annata ottima se non del secolo. Penso che siano in pochi quelli che non si sono accorti che abbiamo avuto una pri­ma­vera fredda e molto bagnata. Di con­ti­nuo si sono avver­ate nevi­cate anche nel fon­do­valle, le pre­ci­pi­ta­zioni fre­quenti ed abbondanti hanno inu­mi­dito molto i ter­reni che hanno subito danni dal pas­s­ag­gio con i trat­tori.

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Schluss mit lustig — Basta scherzare


Pflan­zen­schutz­mä­ßig bin ich heuer sicher­lich an meine Gren­zen gesto­ßen. Zumin­dest zwi­schen­zeit­lich; der Zustand der abge­bil­de­ten Char­don­nay-Reben bei der Ernte zeigt es klar. Wie schon recht aus­führ­lich vori­ges Jahr berich­tet habe, prak­ti­ziere ich den Inte­grier­ten Pflan­zen­schutz. Meine Maxime ist, so sel­ten wie mög­lich Pflan­zen­schutz­mit­tel aus­zu­brin­gen. Dafür wird gegen unse­ren Haupt­feind, die Pero­no­s­pora, nur gezielt vor­beu­gend gespritzt d.h. unmit­tel­bar vor pro­gnos­ti­zier­ten Regen­fäl­len, wobei sich der Bekämp­fungs­be­ginn am Erschei­nen der Ölfle­cken der Pri­mär­in­fek­tion ori­en­tiert.

Circa la difesa della vite ho toc­cato quest’anno sicur­a­mente i miei limiti. Almeno a breve ter­mine; la foto ripresa alla ven­dem­mia dello Char­don­nay è uni­voca. Come ho già spie­gato pra­tico la lotta inte­grata. Cerco di fare il numero più basso di trat­ta­menti. Per arri­vare a ciò tratto con­tro la Pero­no­s­pora, il nemico princi­pale delle nostre viti, in modo pre­ven­tivo mirato, cioè solo poco prima di pres­unte pre­ci­pi­ta­zioni. L’inizio della lotta invece si ori­enta alla com­parsa delle mac­chie d’olio pro­vo­cate dalle infe­zioni pri­ma­rie.

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Seit 55 Jahren? — Da 55 anni?

Seit 1957 soll es so was in mei­ner Gegend nicht mehr gege­ben haben. Eine Pri­mär­in­fek­tion des Fal­schen Mehl­taus (auch Pero­no­s­pora genannt), wel­che so mas­siv war, dass nicht nur über­ver­hält­nis­mä­ßig viele Blät­ter, son­dern sogar die Gescheine zum Teil deut­lich davon befal­len sind. In man­chen betrof­fe­nen Reb­an­la­gen ist der Befall schon jetzt durch das Weg­las­sen der Ertrags­re­gu­lie­rung im Juli nicht mehr aus­gleich­bar. Die Natur, und damit auch die Scha­der­re­ger, über­ra­schen eben immer wie­der.

Dal 1957 non si è più avverata dalle mie parti, così mi è stato detto, un’infezione pri­ma­ria così mas­sic­cia da parte della Pero­no­s­pora. Non solo rela­tiv­a­mente tante fog­lie, ma anche tante infio­re­scenze ne sono col­piti. In diversi vigneti la per­d­ita di pro­dotto non è più recup­era­bile tralasci­ando il dirad­amento a lug­lio. La natura e con lei i pato­geni ci con­ti­nuano a sor­pren­dere.

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Bio nein, also konventionell? — Bio no, allora convenzionale?

Nicht immer, aber mit stei­gen­der Häu­fig­keit werde ich gefragt, ob ich mei­nen Wein­hof bio­lo­gisch oder gar bio­dy­na­misch führe. Wir prak­ti­zie­ren inte­grier­ten Pflan­zen­schutz, wes­halb ich ver­neine, was bei so man­chem Gesprächs­part­ner zumin­dest am Gesichts­aus­druck ersicht­li­che Ent­täu­schung her­vor­ruft. Lei­der ist es anlass­be­dingt sel­ten mög­lich oder ange­bracht, unsere eigene Metho­den zu erklä­ren, auch weil es so aus­sieht, als müsse ich mich für das Nicht-Bio ent­schul­di­gen.

Non sempre, ma sempre più spesso mi si chiede, se con­duco la mia azi­enda in modo bio­lo­gico o addi­rit­tura bio­dina­mico. Noi pra­ti­chiamo la lotta inte­grata per cui la mia ris­posta è nega­tiva. Ciò pro­voca alcune volte espres­sioni di delu­sione. Pur­troppo poche volte è pos­si­bile o oppor­t­uno comin­ciare a spie­gare la pro­pria meto­do­lo­gia anche per­chè pot­rebbe sem­brare come se mi dovessi scusare per non lavor­are in bio­lo­gico.

Als Schü­ler durfte ich zu Beginn der 80er Jahre die hin­rei­sen­den Plä­doy­ers des M. Bail­lod aus Changins mit­er­le­ben. Es war der von ihm wesent­lich pro­pa­gierte Inte­grierte Pflan­zen­schutz (IOBC) der erst­mals eine breit ange­legte Wende im Ver­hält­nis zwi­schen Land­wirt­schaft und Umwelt­schutz ein­lei­tete. Der umfas­sende Ansatz der Inte­grier­ten Pro­duk­tion (IP), dass “alle ver­wen­de­ten bio­lo­gi­schen Metho­den, Anbau­tech­ni­ken und che­mi­schen Pro­zesse unter dem Aspekt der Schaf­fung eines Gleich­ge­wichts zwi­schen dem Schutz der Umwelt, der Wirt­schaft­lich­keit und der sozia­len Bedürf­nisse aus­ge­sucht wer­den” (Zitat Wiki­pe­dia), hat mich von Anfang an über­zeugt.

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Der Besuch der alten Dame — La visita della vecchia signora

Aber anders als in der Tra­gi­ko­mö­die von Dür­ren­matt braucht man sich von die­ser, den euro­päi­schen Wein­bau seit bald 150 Jah­ren heim­su­chen­den Pilz­krank­heit Pero­no­s­pora, vom Erre­ger Plas­mo­para viti­cola ver­ur­sacht, gar nichts Posi­ti­ves erwar­ten. Bis vor kur­zem hat die sehr tro­ckene Wit­te­rung sich hin­sicht­lich der Pflan­zen­ge­sund­heit posi­tiv aus­ge­wirkt. Weder der Echte (Uncin­ula neca­tor) und noch weni­ger der Fal­sche Reben­mehl­tau, ein wei­te­rer Name für die Pero­no­s­pora, konn­ten sich in mei­ner Gegend gefähr­lich ent­wi­ckeln. Des­halb haben wir bis zu die­ser Regen­pe­ri­ode auch nur eine kom­bi­nierte Behand­lung, wel­che haut­psäch­lich gegen den Oidi­um­pilz gerich­tet war, und zwar am 31. Mai, aus­ge­bracht.

Diver­sa­mente però che nel dramma di Dür­ren­matt non ci si può aspet­t­are niente di posi­tivo dalla pero­no­s­pora, in latino Plas­mo­para viti­cola, che flag­gella la viti­col­tura europea da quasi 150 anni. Fino a poco fa il tempo asci­utto ci ha aiutato parec­chio a pro­po­sito, nè l’odio (Uncin­ula neca­tor) e tan­to­meno la pero­no­s­pora si sono svi­luppate in modo per­i­co­loso nella mia zona. Per questo fino al peri­odo pio­voso attuale ho fatto un solo trat­ta­mento, il 31 mag­gio, rivolto soprat­tutto con­tro l’oidio, detto anche mal bianco della vite.

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Die Blattfallkrankheit der Rebe

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So wurde die vom Pilz Plas­mo­para viti­cola ver­ur­sachte Pero­no­s­pora genannt, als sie Ende des 19. Jahr­hun­derts, von Ame­rika kom­mend, sich in Europa aus­brei­tete. Bis Kup­fer als bis heute wirk­sa­mes Fun­gi­zid ent­deckte wurde, gab es keine Mit­tel dage­gen und nach meh­re­ren Infek­tio­nen fiel auch tat­säch­lich ein Groß­teil des Lau­bes zu Boden, was nicht nur den gesam­ten Ern­te­aus­fall bedeu­tete son­dern sogar das Über­le­ben der Stö­cke gefähr­dete.

Auf Grund der wie­der ein­mal unge­wöhn­li­chen Wit­te­rungs­ver­hält­nisse wäh­rend die­ses Früh­jahrs und Som­mers mit häu­fi­gen und ergie­bi­gen Nie­der­schlä­gen in kur­zen Abstän­den fand die­ser Pilz, der auch als Fal­scher Mehl­tau bezeich­net wird, mehr als nur ideale Bedin­gun­gen vor.

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