Erzherzog Johann und der Weinbau in Südtirol (1) — L’arciduca Giovanni e la viticoltura nel Sudtirolo (1)

Geschrieben von am 27. Mai 2014 | Abgelegt unter Weingeschichte - Storia viticola


Wie schon vor einiger Zeit ange­kün­digt, ist es mir ein Anliegen, das segens­reiche Wirken von Erz­herzog Johann, spe­ziell was den Weinbau im jet­zigen Süd­tirol angeht, auch der digi­talen Gemeinde nahe­zu­bringen. Grund­lage dafür ist eine Arbeit, welche der lang­jäh­rige Amts­di­rektor für Obst– und Weinbau Hel­muth Scar­tez­zini 2006 in der Zeit­schrift “Süd­tirol in Wort und Bild” (50, 3, S. 35–42) publi­ziert hat. Ich danke ihm und der Redak­tion für die freund­liche Über­las­sung des Textes und der Bilder. Die Ori­gi­nal­sprache des Textes ist deutsch und wurde unver­än­dert über­nommen, die ita­lie­ni­sche Über­set­zung stammt hin­gegen von mir.

Come avevo già annun­ciato tempo fa, è un mio intento ren­dere acces­si­bile l’operato bene­fico dell’arci­duca Gio­vanni circa lo svi­luppo della viti­col­tura sud­ti­ro­lese anche alla com­u­nità digi­tale. La base per ciò è un lavoro che Hel­muth Scar­tez­zini, per molti anni diret­tore dell’ufficio pro­vin­ciale per la frutti– e viti­col­tura, ha pubbli­cato nel 2006 nella rivista “Süd­tirol in Wort und Bild” (50, 3, p. 35–42). Ringrazio lui e la reda­zione per la gen­tile ces­sione del testo e delle imma­gini. La lingua ori­gi­nale del lavoro è tedesco ed è stato ripor­tato inva­riato. La tra­du­zione ita­liana è invece mia.

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In der hei­mi­schen Wein­bau­ge­schichte gab es natur­gemäß nicht immer nur Zeiten, über die in Lob und Erha­ben­heit berichtet wurde. So dürfte auch in der ersten Hälfte des 19. Jahr­hun­derts ein Zustand vor­ge­legen sein, der Kräfte auf den Plan rief und eine neue Aus­rich­tung ein­lei­tete.
Die bis­he­rigen ver­öf­fent­lichten Wein­schriften ver­merken dazu, dass auf Anre­gung des Erz­her­zogs Johann, 1782–1859, neue Reb­sorten durch Wein­guts­be­sitzer aus­ge­pflanzt worden sind. Die nach­fol­gende Abhand­lung zeigt an Hand gefun­dener Auf­zeich­nungen die Zusam­men­hänge über das Wirken des Erz­her­zogs für den Süd­ti­roler Weinbau, auf.

 

Aus­gangs­si­tua­tion im 19. Jahrhundert

In einem Wochen­blatt des Jahres 1841 der „K. K. Land­wirt­schafts­ge­sell­schaft von Tirol und Vor­arl­berg“ ergehen ver­schie­dene Rat­schläge nach­fol­gend auf die Klagen der Wein­guts­be­sitzer des Etsch­tales. Der dama­lige karge Erlös war bedingt durch Absatz­mangel, nie­dere Preise und stei­gende Pro­duk­ti­ons­kosten. Der Autor Megu­scher sieht die Ursa­chen weniger im Zoll der Absatz­ge­biete in Deutsch­land, noch im Bier­konsum, weder in der freien Ein­fuhr ita­lie­ni­scher Weine, son­dern in der Art der Reb­kultur und der Wein­be­rei­tung. Die Nach­kriegs­jahre unter fran­zö­si­scher, bay­ri­scher und ita­lie­ni­scher Fremd­herr­schaft bis 1814 brachten dem Weinbau hohe Gewinne. Des­halb erfolgte eine Aus­wei­tung der Reb­flä­chen in der Tal­sohle, wobei die Pro­duk­ti­ons­menge auf Kosten der Güte ging. Rund dreißig Jahre dieser Ent­wick­lung, wobei „geringe Trau­ben­sorten“ ein­ge­pflanzt wurden, ergaben eine Über­pro­duk­tion. Megu­scher bemän­gelt auch die Art der Wein­be­rei­tung, die sich von den tra­di­tio­nellen Fes­seln lösen und auf wis­sen­schaft­liche Grund­lagen begeben sollte. Ver­mut­lich wurde die rück­stän­dige Art der Weiß­wein­be­rei­tung ange­spro­chen. Das gestörte Markt­gleich­ge­wicht sollte durch Auf­lassen der Reb­pflan­zungen in den Nie­de­rungen als auch auf „pflug­barem“ Boden ent­gegnet werden. Die zum „Feldbau geeig­neten Gründe“ sollten einer anderen ein­träg­li­chen Kul­turart, wie bei­spiels­weise der Seiden– oder Obst­baum­zucht gewidmet werden. Die Mit­tei­lung eines Guts­be­sit­zers auf diese Artikel hin rundet die dama­ligen Ver­hält­nisse ab. Er beklagt die Über­schwem­mungen der Etsch, die den Mangel an Acke­rund Wies­gründen her­vor­rufen. Die Guts­be­sitzer ver­suchten zumeist durch Erwei­te­rung des Wein­baues, obwohl dies der kapi­tal­in­ten­sivste Kul­turzweig war, ihre Erlöse zu ver­bes­sern. Beson­ders die fort­wäh­rende Abhän­gig­keit von den Wein­händ­lern steht der Ver­bes­se­rung der Wein­kultur im Wege. Er pran­gert dabei an, dass die Anlie­fe­rung der ver­schie­densten Trauben zudem aus den ver­schie­denen Lagen „zu Gemi­schen von mit­tel­mä­ßigen Erzeug­nissen“ ver­ar­beitet und ver­trieben wird.

bild2Erz­herzog Johann.
Arci­duca Giovanni.

 

Erste Ver­bes­se­rungs­vor­schläge für den Weinbau

Pro­fessor Enne­moser, Sekretär der Land­wirt­schafts­ge­sell­schaft in Inns­bruck, stellte im Jahre 1840 in der vor­ste­hend genannten Zeit­schrift auch die Frage, ob ein aus­ge­dehnter Weinbau „über­haupt ersprieß­lich sei“? Er führt die kost­spie­ligen Anlagen durch das viel benö­tigte Per­gel­holz an.
Das Land sei arm an Getreide und teuren Pro­dukten und nur die besten Hang­lagen seien für den Weinbau geeignet. Auch er kommt zum Schluss, den Anbau ein­zu­schränken und „edle“ Trau­ben­sorten aus­zu­wählen. Diese neuen Anlagen sollten als gutes Bei­spiel wohl­ha­bende Guts­be­sitzer aus­führen und in meh­reren Gegenden Mus­ter­an­lagen nach „rhei­ni­scher Art“ und Reb­schulen errichten. Hierfür seien ein bis fünf klein­bee­rige Sorten, wie der Ries­ling zu ver­wenden. Unter „rhei­ni­scher Art“ war sicher­lich die Pfahl­kultur, also ein Pfahl pro Reb­stock, die damals übliche Erzie­hungs­form des Rhein­gaues, gemeint.

 

Erz­herzog Johann und Tirol

In diese Zeit fällt die Grün­dung des Fili­al­ver­eines Bozen der K. K. Land­wirt­schafts­ge­sell­schaft, der Erz­herzog Johann als Schirm­herr vor­stand. Am Tage vor der kon­sti­tu­ie­renden Ver­samm­lung, 23. Juli 1839, besucht er die Reb­an­lagen in Gries bei Bozen, ins­be­son­dere die Anpflan­zungen aus­län­di­scher Reben im Betrieb von Ignaz von Gio­va­nelli. In seinem Tage­buch ver­merkt Erz­herzog Johann . „… sie haben in ihren Reben ein gewal­tiges Durch­ein­ander. Hier wird sich viel tun lassen!“ Woher hatte der Erz­herzog diesen fach­li­chen Ein­blick? Dazu bedarf es einen Blick in die Geschichte zurück. Zeit seines Lebens fühlte sich Johann eng mit dem Land Tirol ver­bunden.
In meh­reren Reisen zwi­schen 1 800 und 1805 hatte er das Land kennen gelernt. Nachdem er in die so genannte Alpen­bund­ver­schwö­rung von 1813 ein­be­zogen wurde, fürch­tete Kaiser Franz eine Son­der­stel­lung Tirols und so durfte sein Bruder Johann bis 1833 Tirol vor­sichts­halber nicht betreten.

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Mer­a­novo, das Mus­tergut des Erz­herzog Johann am west­li­chen Stadt­rand von Marburg/Slowenien.
Mer­a­novo, l’azienda modello dell’arciduca Gio­vanni al mar­gine occi­den­tale di Mariboro/Slovenia.

 

Der Erz­herzog und die Land­wirt­schaft Steiermarks

Die geschil­derte Ent­wick­lung in Tirol brachte es mit sich, dass sich der Erz­herzog nun dem Land Stei­er­mark mehr zuwandte, wo er Jahr­zehnte segens­reich wirkte.
Nach­fol­gend sollen dabei seine Impulse für die Land­wirt­schaft und ins­be­son­dere seine per­sön­li­chen Leis­tungen für den Weinbau dar­ge­stellt werden. Auf sein Bemühen hin ent­stand 1819 die Land­wirt­schafts­ge­sell­schaft, der er als Prä­si­dent bis zum Tod vor­stand. Die „K. K. Land­wirt­schafts­ge­sell­schaft in Stey­er­mark“ war ein freier Verein mit dem Ziel, die Land­wirt­schaft zu för­dern. Die Mit­glieder bestanden aus Guts­be­sit­zern‚ Wirt­schafts– und Ver­wal­tungs­be­amten, Geist­li­chen, sowie Bauern und Bür­gern. Auf beson­deren Wunsch des Prä­si­denten wurden Filialen des Ver­eins ein­ge­richtet, um große Ent­fer­nungen vom Wohnort der Mit­glieder zum Fili­al­standort zu ver­meiden. Es war die erklärte Absicht Johanns, dass auf­ge­klärte tüch­tige Mit­glieder durch ihre vor­bild­lich geführten Betriebe bei­spiel­ge­bend für die Umge­bung wirken sollten. Er selbst legte Hand mit an, indem er einen Mus­terhof‚ Brandhof 1818, für ober­stei­ri­sche Ver­hält­nisse — somit Vieh­wirt­schaft — anlegen ließ. Anfäng­lich ging es den Kar­tof­fel­anbau zu ver­breiten, dann um die Hebung der Vieh­zucht. Es folgte der Ver­suchshof in Graz, 1822, worin zwei Drittel für die Errich­tung der Zen­tral­obst­baum­schule und ein Drittel für Ver­suche von Getreide-, Futter– oder Gewe­be­pflanzen bestimmt waren. Auch neue Maschinen und Werk­zeuge wurden von hier aus ver­breitet. In Folge ent­stand die erste Land­wirt­schafts­schule der Stei­er­mark.
Erz­herzog Johann war die trei­bende Kraft der Land­wirt­schafts­ge­sell­schaft. Die Filialen erfuhren von den Ver­su­chen, die Mit­glieder stellten selbst Tast­ver­suche an, tauschten ihre Erfah­rungen aus, Prä­mien wurden ver­teilt, die neu­esten Erkennt­nisse aus dem Aus­land ver­breitet. Zusätz­lich wurden qua­li­fi­zierte Wan­der­lehrer ein­ge­setzt, die an den Ver­samm­lungen refe­rierten. Die Gesell­schaft war auch Emp­fänger und Ver­teiler der staat­li­chen land­wirt­schaft­li­chen För­de­rung in der Mon­ar­chie, denn der Fonds des Ver­eines wurde zum Teil aus öffent­li­chen Gel­dern gespeist.

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Die Sorten Ries­ling und Blau­bur­gunder wurden in grö­ßerem Ausmaß erst­mals in Süd­tirol im Orts­teil Sand in Gries/Bozen gepflanzt.
In Sud­ti­rolo le varietà Ries­ling e Pinot nero sono state pian­tate per la prima volta in maniera estesa nella fra­zione Sand di Gries/Bolzano.

 

Erz­herzog Johann als Weinbaupionier

Ab dem Jahre 1810 erkun­dete Erz­herzog Johann den Weinbau in der Unter­stei­er­mark, im heu­tigen Slo­we­nien gelegen. Eine der Haupt­schwie­rig­keiten des wenig ent­wi­ckelten stei­er­mär­ki­schen Wein­baues lag im Durch­ein­ander der Benen­nung der Reb­sorten, aber auch dessen Viel­falt, über drei­hun­dert Sorten. Erz­herzog Johann erkannte dies und beauf­tragte im Jahre 1824 von Vest, Pro­fessor der Botanik und Chemie in Graz, mit deren Bestim­mung. Zur Ver­bes­se­rung des Weines emp­fahl die Land­wirt­schafts­ge­sell­schaft, edlere Reb­sorten anzu­pflanzen und in jeder Filiale Muster-Weingärten anzu­legen. Erz­herzog Johann ging wieder mit gutem Bei­spiel voran und erwarb im Jahre 1822 ein Weingut in Pickern bei Mar­burg. Weder seine Lage — fünf­hun­dert Meter hoch im Bachern­ge­birge — noch die steile und san­dige Boden­be­schaf­fen­heit waren beson­ders günstig, aber dem Erz­herzog ging es darum, den unter­stei­ri­schen Bauern zu zeigen, dass auch dort mit Sach­kenntnis und Fleiß erfolg­reich gewirt­schaftet werden kann. Zur Seite standen ihm zwei Fach­leute aus Gei­sen­heim, die ihm das Mus­tergut anlegten und auch die Kel­ler­wirt­schaft betreuten. Erz­herzog Johann hat Bei­spiele des Rhein­gaues und an der Donau vor Augen, doch aus­schlag­ge­bend für das Gelingen, war die Ein­bin­dung der beiden Experten, Ignaz Krenz und Wil­helm Ehren­berg. Die Kon­zepte gingen schnell auf und die Weine aus dem „Prin­zen­wein­garten“ erlangten unter dem Namen „Johan­nis­berger“ — wohl neben seinem Besit­zer­namen, auch in Erin­ne­rung an die Her­kunft der Reben aus der berühmten gleich­na­migen Rhein­gau­lage — natio­nale und inter­na­tio­nale Aner­ken­nung und Prä­mie­rungen. Das Bei­spiel des Prä­si­denten hatte unter den Ver­eins­mit­glie­dern viel­fach Nach­ah­mung aus­ge­löst.
Im Jahre 1832 wurde eine Win­zer­schule in Pickern unter Anlei­tung seiner Fach­leute eröffnet. Die eigent­liche Obst– und Wein­bau­schule eröffnet hin­gegen erst im Jahre 1872 in Mar­burg ihre Pforten. Zugleich wurde in Pickern eine Reb­schule betrieben, der jene in Graz aus dem Ver­suchshof folgte. Die Pro­duk­tion der bewur­zelten Reben, damals noch ohne Unter­lagen, denn die Reb­laus tauchte erst in den Sieb­zi­ger­jahren auf, war eine wesent­liche Bedin­gung, um eine Neu­aus­rich­tung im stei­ri­schen Weinbau ein­zu­leiten. Die Schwach­punkte damals lagen im gemischten Reb­satz und in zudem unge­ord­neten Anlagen mit einer Stock­an­zahl von fünf­zehn­tau­send pro Hektar, eher min­der­wer­tigen Reb­sorten, im über­zo­genen Men­gen­denken Marburg/Slowenien und kel­ler­wirt­schaft­li­chen Män­geln. Im Jahre 1840 erwarb Erz­herzog Johann zusätz­lich in der West­stei­er­mark die Herr­schaft Stainz und legte einen Wein­garten und eine Reb­schule mit der boden­stän­digen Sorte blaue Wild­ba­cher an, aus der nach wie vor der bekannte stei­ri­sche „Schil­cher“ pro­du­ziert wird. Zeit­be­grenzt, 1829 erworben, nannte der Erz­herzog auch ein Weingut am Kreuz­kogel bei Leib­nitz sein eigen.

 

Das Anwesen „Meranovo“

Der Betrieb liegt in der Gemeinde Limbus, am west­li­chen Stadt­rand von Mar­burg am Nord­ab­hang des Bachern­ge­birges, inmitten von Buchen– und Fich­ten­wäl­dern. Die para­bol­för­mige Aus­rich­tung nach Süden gewähr­leistet ein gutes Mikro­klima für die Rebe. Beson­ders aro­ma­ti­sche Weine, wie zum Bei­spiel bei der Reb­sorte Sau­vi­gnon sind das Ergebnis. Im Zuge der Jahre, 1857, wei­tete sich der Weinbau auf neun Hektar aus. Nach dem Tod des Erz­her­zogs über­nahm sein Sohn, Graf Franz, unter­stützt von dessen Frau, den Betrieb bis zum end­gül­tigen Ver­kauf im Jahre 1870. Heute führt das Anwesen die Bezeich­nung „Mer­a­novo“, das heißt Meraner, bezie­hungs­weise von Meran, in Erin­ne­rung an den Grafen von Meran. Nach dem Zweiten Welt­krieg kam der Betrieb ins Eigentum des Spi­tals der Stadt Mar­burg. Heute hat die land­wirt­schaft­liche Fakultät der Uni­ver­sität Mar­burg die Füh­rung als Pra­xis­an­lage für Stu­denten sowie einen klei­neren Teil für Ver­suche über­nommen.
Nach einem halben Jahr­hun­dert hatte sich der stei­ri­sche Weinbau auf ein zeit­ge­mäßes Niveau auf­ge­schwungen. Die dama­ligen Impulse sind heute noch im nörd­li­chen Slo­we­nien zu verspüren.

Nella storia viti­cola locale ovvia­mente non si hanno avuti solo periodi di cui rac­conti erano pieni di lode e di sub­li­mità. Cosí anche nella prima metà del 19º secolo si dovette assis­tere ad una situa­zione del genere in quanto sono state chia­mate in causa ed è avve­nuto un nuovo ori­en­ta­mento.
Gli scritti di viti­col­tura finora pubbli­cati rife­ris­cono su questo che a seguito dei sug­ge­ri­menti di arci­duca Gio­vanni (1782−1859) sono state pian­tate viti di nuove varietà da parte dei proprietari. Il seguente trat­tato fa intra­ve­dere sulla base degli scritti ritro­vati l’operato dell’arciduca Gio­vanni nei con­fronti della viti­col­tura sudtirolese.

 

Situa­zione ini­ziale nel 19º secolo

In un set­tim­a­nale dell’anno 1841 della “Impe­rial Regia Società Agri­cola del Tirolo e del Vor­arl­berg” sono stati ema­nati nume­rosi con­sigli a seguito delle lamen­tele di diversi pro­prie­tari di vigneti della valle dell’Adige. Lo scarso gua­d­agno di allora era cau­sato da man­cata richiesta, prezzi bassi e costi di pro­du­zione in aumento. L’autore Megu­scher vede le cause nè nei dazi delle desti­na­zioni ger­ma­niche, nè nel con­sumo di birra, nè nell’importazione libe­ra­liz­zata di vini ita­liani ma bensì in come la viti­col­tura e l’enologia ven­irono pra­ti­cate. Il dopo­gu­erra sotto il dominio fran­cese, bava­rese ed ita­liano fino al 1814 ha appor­tato grandi pro­fitti. Per questo è avve­nuta un’estensione delle super­fici viti­cole nel fon­do­valle, dove la quan­tità andava di sca­pito alla qua­lità. Circa trenta di questi anni in cui inoltre veni­vano pian­tati “scarsi vitigni” causa­rono una sov­ra­pro­du­zione. Megu­scher cri­ti­cava anche l’enologia che invece si dov­rebbe liberare dal peso delle tra­di­zioni e che dov­rebbe essere posta su basi sci­en­ti­fiche. Pro­ba­bil­mente si rife­riva al metodo retro­grado di vini­fi­care in bianco. Per otte­nere di nuovo un equi­li­brio di mer­cato si dov­reb­bero abban­do­nare i vigneti di fon­do­valle e negli appez­za­menti “ara­bili”. I “ter­reni addatti ai semi­na­tivi” dov­rebbeo essere desti­nati ad altre col­ture renu­meria­tive come l’allevamento del baco da seta o la frut­ti­col­tura. Le com­u­ni­ca­zioni di un pro­prie­tario circa questo arti­colo com­pleta il punto della situa­zione. Egli accusa le eson­da­zioni dell’Adige che sot­t­ra­gono ter­reni ara­tivi e pas­coli. Per com­pensare i man­cati introiti i pro­prie­tari spesso aumen­tano le super­fici vitate, anche se questa col­tura impegna più capi­tale. Soprat­tutto la con­ti­nuata dipen­denza dai com­mer­ci­anti di vino impe­disce il miglio­ra­mento del set­tore. Infine denuncia il fatto che il con­fe­ri­mento di uve diverse da zone dif­fe­renti porti a “mes­co­lanze di pro­dotti medi­ocri” da essere tras­for­mati e venduti.

 

Prime pro­poste miglio­ra­tive per la viticoltura

Il pro­fessor Enne­moser, segra­tario della società agri­cola di inns­bruck, pone nel 1840 nella stessa rivista la domanda, se una viti­col­tura estesa “sia aff­atto aus­pica­bile”. Per sot­to­li­neare i suoi dubbi cita gli impianti doverosi delle per­gole dovute all’elevato con­sumo di legna.
Inoltre la regione è povera di grano e di pro­dotti pre­giati e solo le migliori pen­dici sono adatte alla viti­col­tura. Anch’egli con­clude che sarebbe giusto limitare la col­ti­va­zione della vite e di limitarsi al piantare solo vitigni “nobili”. Sarebbe il com­pito di pro­prie­tari bene­stanti alle­stire in diverse zone impianti pilota secondo la “tipo­logia renana” e tenere vivai. Per ciò si dov­reb­bero usare fino a cinque varietà ad acini pic­coli come il Ries­ling. Come “tipo­logia renana” si inten­deva molto pro­ba­bil­mente l’allevamento allora usaule nel Rheingau che con­sis­teva in un albe­rello con un palo per vite.

 

L’arciduca Gio­vanni ed il Tirolo

In quei tempi è stata anche fon­da­tavla filiale bol­za­nina dell’ “Impe­rial Regia Società Agri­cola” che era sotto la tutela dell’arciduca Gio­vanni. Il giorno prima dell’assemblea costi­tu­ente, il 23 giugno 1839, visita gli impianti viti­coli die Gries presso Bol­zano ed in par­ti­colar modo i vigneti di varietà estere nell’azienda di Ignaz von Gio­va­nelli. Nel suo diario annota l’arciduca Gio­vanni: “… hanno nei loro vigneti una gran­dis­sima con­fu­sione. Quì ci sarà da fare mol­tis­simo!” Da cosa ha preso l’arciduca la facoltà di giudi­care in modo tec­nico? Per spie­gare ciò bisogna dare uno sguardo alla storia. Da sempre Gio­vanni si sentì molto legato al Tirolo.
Attra­verso diversi viaggi tra il 1800 ed il 1805 ha cono­sciuto la regione. Dopo che l’imperatore Fran­cesco seppe della cosi­detta “con­giura della federa­zione alpina” del 1813, questo temeva una posi­zione pri­vi­le­giata del Tirolo per cui fu vietato al suo fra­tello Gio­vanni per sicu­rezza la pre­senza nel Tirolo.

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Der Ver­fasser dieses Bei­trags, Dr. Helmut Scar­tez­zini‚ (inzwi­schen pen­sio­nierter) Amts­di­rektor für Obst– und Weinbau Süd­ti­rols, stu­dierte an der Boden­kultur in Wien, publi­ziert Fach­bei­träge.
L’autore del testo, Dr. Helmut Scar­tez­zini‚ (nel frat­tempo pen­sio­nato) diret­tore d’uffico per la frutti– e viti­col­tura alto­ate­sina, ha stu­diato all’università di sci­enze agrarie a Vienna, pubblica arti­coli tecnici. 

 

L’arciduca e l’agricoltura della Stiria

I fatti men­zio­nati pro­vo­ca­rono che l’arciduca si rivol­gesse più alla Stiria dove operò in modo bene­fico per decenni.
A seguito saranno ripor­tati gli impulsi che ha dato all’agricoltura ed il suo impegno per­so­nale nel con­fronto della viti­col­tura. Come risultato dei suoi sforzi venne fon­data nel 1819 la “Società Agri­cola Sti­riana” che pre­sie­dette fino alla sua morte. Era un’associazione libera con lo scopo di incen­ti­vare l’agricoltura. I soci erano pro­prie­tari ter­rieri, ammi­nis­tra­tori eco­no­mici ed ammi­nis­tra­tivi, preti, ma anche bor­ghesi e con­ta­dini. A seguito di un desi­derio del pre­si­dente furono fon­date sedi dis­tac­cate per fare evi­tare viaggi troppo lunghi ai soci. Era una decisa inten­zione di Gio­vanni che le azi­ende modello di soci illu­mi­nati e dili­genti dov­reb­bero dare buon esempio nei loro din­torni. Lui stesso par­te­cipò isti­tu­endo nel 1818 come azi­enda cam­pione il Brandhof che grazie alla sua dis­lo­ca­zione nell’Alta Stiria si occupava di alle­va­menti. All’inizio si trat­tava di dif­fon­dere la col­ti­va­zione della patata, dopo, il miglio­ra­mento della zoo­tecnia. A seguito venne fon­dato un’azienda spe­ri­men­tale a Graz nel 1822 che per due terzi si occupò di isti­tuire un vivaio cen­trale di frut­ti­feri e per un terzo seguiva spe­ri­men­ta­zioni di col­ture cerea­li­cole, forag­gere e tes­sili. Da quì si dif­fu­sero anche nuovi att­rezzi e mac­chine. A seguito venne isti­tuita la prima scuola agraria della Stiria.
L’arciduca Gio­vanni era la forza motrice della Società Agri­cola. Le filiali sep­pero delle spe­ri­men­ta­zioni, i soci stessi fecero prove, con­di­vi­sero espe­ri­enze, furono assegnati premi e dif­fusi i risul­tati recenti di ricerche all’estero. Inoltre ven­nero ass­unti insegnanti che rife­ri­vano alle assem­blee locali. La Società Agri­cola rice­veva e ripar­tiva inoltre sov­ven­zioni della mon­ar­chia in quanto il bilancio dell’associazione fu ali­men­tati in parte da fondi pubblici.

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Flaschen-Etikette des Mer­a­novo aus Mar­burg.
Eti­chetta della bot­tiglia di Mer­a­novo da Mariboro.

 

L’arcidua Gio­vanni come pio­niere viticolo

A par­tire dal 1811 l’arciduca Gio­vanni studiò la viti­col­tura della Stiria infe­riore che oggi fa parte della Slovenia. Una della dif­fi­coltà mag­giori della viti­col­tura sti­riana poco svi­lup­pata era la con­fu­sione nella nomen­cla­tura dei vitigni ma anche la loro pro­li­fi­cità in quanto si par­lava di tre­cento varietà. L’arciduca Gio­vanni capì questi pro­blemi ed affidò nel 1824 al pro­fes­sore von Best, bota­nico e chi­mico presso l’università di Graz, la loro clas­si­fi­ca­zione. Per il miglio­ra­mento viti­colo la Società agri­cola con­sigliò di piantare vitigni più nobili e di alle­stire vigneti cam­pione in ogni filiale. L’Arciduca Gio­vanni dette come sempre buon esempio ed acquistò nel 1822 una tenuta a Pickern nei pressi di Mari­boro. Nè la posi­zione (500 metri sopra la catena mon­tuosa del Bachern), nè la pen­denza e com­po­si­zione dei ter­reni erano ideali ma questo non preoc­cupò l’arcidua. Egli volle dimostrare agli agri­coltori della Bassa Stiria che con cri­terio e pre­pa­ra­zione si poteva lavorare con suc­cesso anche in quelle con­di­zioni. Veniva affi­an­cato da due esperti di Gei­sen­heim che fecero gli impianti e che si occup­a­vano anche della can­tina. L’arciduca Gio­vanni aveva in mente modelli del Rheno e del Danubio ma le forze deter­mi­nanti erano app­unto Ignaz Krenz e Wil­helm Ehren­berg. La for­mula era subito vin­cente ed i vini del “Vigneto prin­ci­pesco” otte­nero sotto il nome di “Johan­nis­berger” rico­no­sci­menti e premi inter­na­zio­nali. Il nome del vino era dovuto al nome del pro­prie­tario ma era anche un rife­ri­mento alla famosa zona renana dalla quale ven­nero le viti. L’esempio del pre­si­dente ha indotto molti soci dell’associazione a copi­arlo.
Nel 1832 è stata inau­gu­rata una scuola viti­cola a Pickern, la vera e pro­pria scuola per la frutti– e viti­col­tura fu aperta solo nel 1872 a Mari­boro. Nello stesso periodo fu allestito a Pickern un vivaio che sus­seguì a quello di Graz. La pro­du­zione di bar­ba­telle (non innestate in quanto la filos­sera arrivò sol­tanto negli anni 70) era un import­ante pres­sup­posto per avviare ad un nuovo indi­rizzo la viti­col­tura sti­riana. I punti deboli di allora erano gli impianti misti ed dis­or­di­nati con anche 15.000 mila ceppi per ettaro, le varietà piut­tosto sca­denti, il pre­va­lere della quan­tità e man­canze in eno­logia. Nel 1840 l’arcidua Gio­vanni acquistò inoltre nella Stiria occi­den­tale il dominio Stainz. Lì allestì un vivaio ed un vigneto con la varità locale “Blauer Wild­ba­cher” della quale si pro­duce tut­tora il famoso “Schil­cher” sti­riano. Acquistò nel 1829 anche una tenuta sul Kreuz­kogel presso Leib­nitz che tenne per un certo periodo.

bild6Die Blauburgunder-Traube.
Grap­polo di Pinot nero.

 

La tenuta “Meranovo”

L’azienda si trova nel comune di Limbus, nella periferia occi­den­tale di Mari­boro sulle pen­dici set­ten­trio­nali della catena mon­tuosa del Bachern, in mezzo a boschi di faggio ed abeti. L’orientamento para­bo­lico verso sud garan­tisce un buon micro­clima per la vite. Vini molto aro­ma­tici come quelli del Sau­vi­gnon ne sono i risul­tati. Fino al 1857 la viti­col­tura venne estesa a nove ettari. Dopo la morte dell’arciduca sus­seguì il suo figlio Franz fino alla ven­dita nel 1870. Oggi la tenuta porta il nome di “Mer­a­novo” che signi­fica “del mera­nese” in allus­sione al conte di Merano. Dopo la seconda guerra mon­diale la pro­prietà passò al ospe­dale di Mari­boro. Oggi­giorno la facoltà di agraria dell’università di Mari­boro uti­lizza le super­fici per le eser­ci­ta­zioni pra­tiche degli stu­denti ed in parte per le spe­ri­men­ta­zioni.
Dopo mezzo secolo la viti­col­tura sti­riana si è svi­lup­pata giun­gendo ad un livello con­tem­poraneo. Gli spunti di allora sono da vedere ancora oggi nella Slovenia settentrionale.

2 Kommentare zu “Erzherzog Johann und der Weinbau in Südtirol (1) — L’arciduca Giovanni e la viticoltura nel Sudtirolo (1)”

  1. am 27. Mai 2014 um 22:03 1.Franz Spiegelfeld schrieb …

    Ein Artikel, der mich schon vor acht Jahren begeis­tert hat, und der Bedeu­tung Erz­herzog Johanns als Wein­pio­nier im heu­tigen Süd­tirol gerecht wird. Danke für die Ver­öf­fent­li­chung nun auch auf Facebook!

    Un arti­colo che mi ha ent­u­si­as­mato già otto anni fa e che è all’altezza dell’importanza che ha avuto l’arciduca Gio­vanni come pio­niere della viti­col­tura per l’odierno Sud­ti­rolo. Grazie per la pubbli­ca­zione adesso anche su Facebook!

  2. am 18. Juni 2014 um 16:32 2.Andreas Gottlieb Hempel schrieb …

    Danke für die Ver­öf­fent­li­chung dieses hoch­in­ter­es­santen Bei­trages!
    Andreas

    Grazie per la pubbli­ca­zione di questo arti­colo inter­es­san­tis­simo!
    Andreas

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