Erzherzog Johann und der Weinbau in Südtirol (2) — L’arciduca Giovanni e la viticoltura nel Sudtirolo (2)

Geschrieben von am 8. Juni 2014 | Abgelegt unter Weingeschichte - Storia viticola

Vor zwei Wochen konnte man den ers­ten Teil der Publi­ka­tion von Hel­muth Scar­tez­z­ini lesen, jetzt folgt der zweite und letzte Teil.

Due setti­mane fa si poteva leg­gere la prima parte del lavoro di Hel­muth Scar­tez­z­ini, segue la seconda ed ultima pun­tata.

schloss_schenna

Im Jahre 1845 erwirbt Erz­her­zog Johann das Schloss Schenna.
Nel 1845 l’Arciduca Gio­vanni acquista cas­tel Scena.

Ähn­li­che Ent­wick­lung in Süd­ti­rol

Vor­weg sei ange­merkt, dass es in der land­wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung des dama­li­gen Tirols einige Par­al­le­len zu jener der Stei­er­mark gab.
Der Reihe nach: Einen ers­ten Vor­stoß zur Grün­dung eines Ver­ei­nes zur Ver­brei­tung einer fort­schritt­li­chen Land­wirt­schaft unter­nahm im Jahre 1830 im Tiro­ler Kon­gress ein Ver­tre­ter der Stadt Lienz. Die Geneh­mi­gung der Sta­tu­ten zog sich am kai­ser­li­chen Hofe zu Wien in die Länge. Erst am 10. Mai 1838 fand die Grün­dungs­ver­samm­lung der „K. K. Land­wirt­schafts­ge­sell­schaft von Tirol und Vor­arl­berg“ in Inns­bruck statt. Der Ver­ein hatte die Auf­gabe „land­wirt­schaft­li­che Kennt­nisse aller Art im Vater­land zu ver­brei­ten und die land­wirt­schaft­li­che Indus­trie auf jede Weise zu för­dern“. Der erste Prä­si­dent Graf Johann Trapp — Besit­zer der Chur­burg und in Inns­bruck ansäs­sig — erreichte, dass Erz­her­zog Johann die Würde eines obers­ten Pro­tek­tors der Gesell­schaft über­tra­gen wurde. Für den Auf­bau des Ver­eins waren die fach­li­chen und orga­ni­sa­to­ri­schen Fähig­kei­ten des Erz­her­zogs, als Prä­si­dent des gleich­na­mi­gen Ver­ei­nes in der Stei­er­mark mit einer bereits zwan­zig­jäh­ri­gen Erfah­rung, gefragt.

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Die wein­bau­li­chen Ideen für Süd­ti­rol hat Erz­her­zog Johann beim Ansitz St. Valen­tin in Eppan ab dem Jahre 1844 umset­zen kön­nen.
L’arciduca Gio­vanni ha rea­liz­zato le sue idee viti­cole per il Sud­ti­rolo presso il palazzo St. Valen­tin ad App­iano a par­tire dal 1844.

Erz­her­zog Johann führte sodann des öfte­ren den Vor­sitz in Ver­samm­lun­gen. Auf­grund sei­ner Beliebt­heit in der Bevöl­ke­rung gab er der Gesell­schaft die nötige Popu­la­ri­tät. Der erste Schritt galt den Grün­dun­gen von Fili­al­ver­ei­nen. In Süd­ti­rol betraf es das Pus­ter­tal, Bru­neck‚ gegrün­det am 8. Mai 1838, und den Kreis an der Etsch, mit Sitz in Bozen, gegrün­det am 20. April 1838. Der Vinsch­gau war dem Ober­inn­tal ange­schlos­sen, wäh­rend Tri­ent, zusam­men mit Rovereto, eine Haupt­fi­liale bil­dete. Die Tätig­keit der Fili­al­ver­eine kon­zen­trierte sich auf Anbau­ver­su­che, Ver­bes­se­run­gen in der Vieh­zucht und des Pflan­zen­schut­zes, sowie auf die Beleh­rung der bäu­er­li­chen Bevöl­ke­rung mit­tels Fach­li­te­ra­tur.
Bei der Ver­samm­lung vom 23. Juli 1838 in der Filiale Bozen, der Ver­ein zählte inzwi­schen 142 Mit­glie­der, erfährt Erz­her­zog Johann, dass „… meh­rere unse­rer Ver­eins­mit­glie­der aus Mai­land und Chambery/Savoyen die Bur­gun­der Rebe, Bor­deaux noir (Caber­net ?), Bour­goi­gne noir (= Blau­bur­gun­der)‚ Alea­tico‚ Malaga und die zur Fär­bung für meh­rere unse­rer wein­er­zeu­gen­den Gemein­den so nütz­li­che und nach ihrer Bestim­mung benann­ten Reben bezo­gen und diese mit der herr­li­chen Chas­selas (= Gut­edel) und zwar letz­tere in ihren ver­schie­de­nen Abstu­fun­gen angep?anzt haben. Andere setz­ten den edlen Ries­ling und die Orleans­rebe‚ wel­che sie sich aus Rüdes­heim im Rhein­gau ver­schaff­ten.“

schloss_thurn

Das Schloss Thurn mit dem land­wirt­schaft­li­chen Betrieb Thur­ner­hof in Schenna kaufte Erz­er­zog Johann im Jahre 1852.
Il cas­tello Thurn con l’annessa azi­enda agri­cola Thur­ner­hof venne acquis­tata da Arci­duca Gio­vanni nel 1852.

 

Reb­an­lage in Über­etsch

In der Ver­samm­lung des Zen­tral­ver­ei­nes von 1840 berich­tet die Filiale Bozen über die von Herrn von Kin­sele ein­ge­lei­te­ten und vom Frei­herrn Ignaz von Gio­va­nelli fort­ge­setz­ten Reben­an­pflan­zun­gen mit Edel­rei­sern von Frank­reich, vom Rhein und ande­ren. Im Jahre 1841 waren die Mit­glie­der bereits auf 292 ange­wach­sen.
Preis­me­dail­len wur­den für Wein­bau­ern aus­ge­setzt, die einen Sor­ten­ver­such in ihren Reb­flä­chen anleg­ten. In Bozen hatte der Ver­ein einen städ­ti­schen Grund gepach­tet und einen Ver­suchs­gar­ten ange­legt. Inner­halb dem Jahre 1845 war der Ver­suchs­gar­ten mit zahl­rei­chen Reben- und Maul­beer­sor­ten des In- und Aus­lan­des, aber auch mit Obst­sor­ten und Gar­ten­pflan­zen aus­ge­stat­tet. Hier­für lie­ferte Erz­her­zog Johann zwan­zig Reb­sor­ten aus der Gra­zer Reb­schule.
Gesucht waren früh­reife, farb­in­ten­sive Sor­ten, aber auch Tafel­trau­ben. Diese fran­zö­si­schen Reb­sor­ten in den Wein­gü­tern von Anton von Igeam stamm­ten aus den Wein­ber­gen des Erz­her­zogs Karl bei Baden, die ihrer­seits aus der Rhein­ge­gend, Fran­ken­thal bei Rüdes­heim, stamm­ten. Auch in der Reb­schule des Brix­ner Hof­gärt­ners Josef Stolz stan­den die ver­schie­dens­ten Sor­ten, von denen 1842 „neun­zig edle Reb­ras­sen, meist Elsäs­ser“, dem Zen­tral­aus­schuss in Inns­bruck über­sen­det wur­den. Der anfäng­li­che Schwung des Zen­tral­ver­ei­nes erlahmte jedoch zuse­hendst, die Füh­rung war sicher­lich zu eli­tär. Es fehlte die Ein­be­zie­hung der bäu­er­li­chen Schicht. Die Filiale Bozen erstellte im Jahre 1852 eigene Sat­zun­gen, betrach­tet sich zwar noch als Zweig­ver­ein der Land­wirt­schafts­ge­sell­schaft und mün­det 1869 in den eigen­stän­di­schen Land­wirt­schafts­und Gar­ten­bau­ver­ein.

 

Das Vor­bild Erz­her­zog Johann

Erz­her­zog Johann besuchte fast jedes Jahr für einige Tage oder meh­rere Wochen Tirol. Im Jahre 1841 trifft er den Vor­stand und Aus­schuss der Filiale Bozen und lässt sich, was Trau­ben, Preise und Menge betrifft, berich­ten. Im Tage­buch ver­merkt er „was ließe sich im Wein­bau hier nicht alles machen“ und „ich glaube die Lei­ten von Bozen wären der Ort, um Mus­cat-Trau­ben zu zie­hen“.
Sei­nem Ver­trau­ens­mann Josef Gio­va­nelli erteilt er den Auf­trag, ihm eine Besit­zung aus­zu­for­schen.
Im Jahre 1845 erwirbt er das Schloss Schenna, aller­dings vor­erst ohne land­wirt­schaft­li­che Flä­chen.
Zu einem geeig­ne­ten land­wirt­schaft­li­chen Betrieb kam er jedoch auf andere Weise. Sein Sohn Franz, nach der Ernen­nung zum Gra­fen von Meran, bekam vom Kai­ser von Öster­reich im Jahre 1844 als Manns­le­hen das Gut samt Ansitz St. Valen­tin in Eppan-Berg, das bis 1926 im Fami­li­en­be­sitz der Gra­fen von Meran blieb.
Im Jahre 1847 weilte Erz­her­zog Johann auf St. Valen­tin wegen not­wen­di­ger Umbau­ar­bei­ten, Boden­me­lio­rie­run­gen, Wein­gar­ten­ro­dung, sodann auch in Andrian, wo Wie­sen und Tüm­pel zum Gut gehör­ten. Im Jahre 1850 wie­der in St. Valen­tin mit sei­nem Ver­trau­ens­mann von Gio­va­nelli schrieb er „Ich fand viel ver­än­dert … die gesetz­ten Obstund Maul­beer­bäume gut ange­wach­sen, zwei Zim­mer zuge­rich­tet. Was mich am meis­ten freute, der neue Wein­gar­ten mit Tramin(er)-Ru(h)länder, wies unge­ach­tet des schlech­ten Jah­res gut im Holz, strot­zend von Wein­trau­ben, ein Bei­spiel, was man tun kann, für mich ein Lohn, dass ich die Sache ange­fan­gen. Ich trug Penz auf, wie er den Wein berei­ten sollte“. Im Jahre 1855 fand der Erz­her­zog alle Anla­gen in St. Valen­tin voll­endet, aber auch in Andrian waren inzwi­schen „gesetzte Lau­ben” also Per­geln ent­stan­den.
Auch sein Bru­der Rai­ner hatte in Bozen moderne Wein­berg­an­la­gen errich­tet und betrieb auf den zwei Höfen in Lei­fers Sei­den­zucht‚ Obst­bau, aber auch Wein­bau. Andere Guts­be­sit­zer aus Bozen, wie Karl von Zal­lin­ger, mach­ten ähn­lich gute Erfah­run­gen, die auf den Rat des Erz­her­zogs hin nach rhein­län­di­scher Art, also Ein­zel­pfahl­er­zie­hung‚ mit rhei­ni­schen Reb­sor­ten wie Ries­ling, Tra­mi­ner‚ Blau­bur­gun­der Wein­gär­ten anleg­ten. Im Jahre 1856 berich­tet die Boz­ner Zei­tung die Besich­ti­gung der jun­gen Reb­an­lage in Sand durch den Erz­her­zog, wobei er selbst demons­trierte, wie die jun­gen Raseln zu behauen sind.
Nach dem Erwerb des Schlos­ses Schenna im Jahre 1845 kaufte er im Jahre 1852 den nächst­ge­le­ge­nen Ansitz Thurn samt land­wirt­schaft­li­chen Betrieb, Thur­ner­hof. Von sei­nem Ver­wal­ter Peter von Söl­der ließ er „einen Wein­berg nach ratio­nel­lem Gesichts­punkt“ anle­gen. Es han­delte sich wie­der um eine Pfahl­kul­tur. Die Sor­ten sind nicht bekannt, ver­mut­lich kamen aber Ries­ling, Tra­mi­ner und Rulän­der zum Zug. Unter dem spä­te­ren Ver­wal­ter Chris­toph Frank, der bis zum Kauf des Gutes St. Valen­tin im Jahre 1926 tätig war, wuchs der Wein­berg am Thur­ner­hof auf 2,5 Hektar an. Vor etwa drei­ßig Jah­ren trat der Apfel­an­bau an die Stelle der Reben.
Die end­gül­tige Bestä­ti­gung sei­ner Ideen erlebte er in Tirol jedoch nicht, da ihn im Jahre 1859 in Graz der Tod ereilte. Wenige Jahre spä­ter schei­nen in den Rang­lis­ten der Wein­prä­mie­run­gen der Land­wirt­schafts­ge­sell­schaft ein Tra­mi­ner Jahr­gang 1859 des Gra­fen von Meran und jener des Jahr­gan­ges 1862 von St. Valen­tin auf. Spä­ter bringt Chris­toph Frank vom Reben­hof in Bozen/Gries den „St. Valen­ti­ner Schloss­hof“ auf den Markt.
Bemer­kens­wer­ter­weise führt der­zeit eine renom­mierte Kel­le­rei in St. Michael/Eppan die Bezeich­nung St. Valen­tin für das Pre­mi­umseg­ment sei­ner Weine: nach wie vor für Gewürz­tra­mi­ner, Sau­vi­gnon, Rulän­der und andere. Die im Über­etsch geläu­fige Wein­be­zeich­nung „Stra(h)ler“ ist nach­träg­lich auf den Pio­nier­geist des Erz­her­zogs zurück­zu­füh­ren. Denn „Strare­ben“ waren nichts ande­res als die Pfahl­kul­tur — auch als „Ste­ckel­er­eben“ bezeich­net — die ein­deu­tig in St. Valen­tin zum ers­ten Mal im Über­etsch in Erschei­nung tra­ten. „Stra(h)ler“ ist ein Weiß­wein, zumeist ein Gemisch von Weiß­bur­gun­der, Ries­ling, Rulän­der, Sil­va­ner. Also Sor­ten, die Erz­her­zog Johann aus sei­ner stei­ri­schen Erfah­rung mit­brachte und dann ver­mut­lich wei­tere Nach­ah­mer beson­ders in Eppan-Berg gefun­den hatte. Luis Ober­rauch berich­tet von einer sol­chen Anlage beim „Stro­blhof“ noch im letz­ten Jahr­hun­dert. Der Rei­se­be­richt aus dem Jahre 1864 von A. von Babo‚ dem Direk­tor der Obst- und Wein­bau­schule Klos­ter­neu­burg, ist für den Tiro­ler Wein­bau nicht gerade schmei­chel­haft, denn „man trinkt (dort) nur einen sehr gerin­gen Wein Das Übel sah er in den Sor­ten in Ver­bin­dung mit der hohen Erzie­hungs­art, der Per­gel. Die Wein­gär­ten von Zal­lin­ger und Bauer wer­den hing gegen als bei­spiel­haft hin­ge­stellt. Ein all­ge­mei­ner Auf­schwung in der Reb­kul­tur auf brei­te­rer Basis zog sich begreif­li­cher­weise erst über die fol­gen­den Jahr­zehnte hin. Den ers­ten Schritt ‚ mit der Ein­füh­rung neuer Reb­sor­ten, aber auch ande­rer Erzie­hungs­for­men brachte der geschil­derte Zeit­ab­schnitt mit sich. Es waren ein­zelne Pio­niere um Erz­her­zog Johann, die besag­ten von Zal­lin­ger, Erz­her­zog Rai­ner bezie­hungs­weise Hein­rich von Gio­va­nelli in Bozen, Bos­ca­rolli in Meran, von Gug­gen­berg in Bri­xen, die ange­regt von den Mus­ter­be­trie­ben des Erz­her­zog Johann in der Stei­er­mark neue Maß­stäbe setz­ten.
So ent­stan­den in der Mitte des 19. Jahr­hun­derts rund um Meran ähn­li­che Anla­gen mit Ries­ling und Tra­mi­ner: durch Josef Inner­ho­fer auf Schloss Goyen, 1857 erwor­ben, und durch Joseph Graf Trautt­mans­dorff auf dem 1847 erwor­be­nen ehe­ma­li­gen Fami­li­en­be­sitz. Kano­ni­kus Schütz und der Kauf­mann Zin­gerle am Küchel­berg zogen nach. Es folg­ten das Stift Stams in St. Valen­tin, Kof­ler am Küchel­berg, Waibl um Schloss Leben­berg, Graf Bran­dis in Lana und von Bres­sen­dorf am Ansitz Vernaun — Ries­ling, Blau­bur­gun­der, Por­tu­gie­ser. Das Burg­gra­fen­amt bil­dete somit zu die­ser Zeit im dama­li­gen Tirol eine Keim­zelle des moder­nen Wein­baues.

 

Was ist geblie­ben von damals?

Die nie­dere Erzie­hungs­form mit Ein­zel­pfahl, hier­zu­lande auch als „Ste­cke­le­bau“ bezeich­net, konnte sich nicht durch­set­zen. Das Per­gel­ge­rüst war ein­fach die ver­wur­zelte Tech­nik und erlaubte höhere Flä­chen­pro­duk­tion. Der Draht­rah­men, erfolg­reich erprobt von Bos­ca­rolli auf Schloss Rametz — zwar damals noch in nie­de­rer Erzie­hungs­form — setzte sich erst nach dem Zwei­ten Welt­krieg im Lande durch. Anfäng­lich nur im Eisack­tal, heute stellt es das häu­figst ver­wen­dete Stütz­ge­rüst bei den Jung­an­la­gen dar. Einige der dama­li­gen Reb­an­la­gen im Burg­gra­fen­amt sind heute obst­bau­lich genutzt. Als blei­ben­des Bei­spiel erwies sich die vor­ge­nom­mene Sor­ten­aus­wahl für das Süd­ti­ro­ler Wein­bau­ge­biet. Erst­mals setzte man in deren jün­ge­ren Geschichte auf weiße Sor­ten.
Der Trend hält auch jetzt noch an, nach­dem sich seit dem Jahre 1980 die Erkennt­nis breit machte, dass all­ge­mein die kli­ma­ti­schen Gege­ben­hei­ten unse­rer Reb­flä­chen der Pro­duk­tion von fruch­ti­gen und gleich­zei­tig kör­per­be­ton­ten Weiß­wei­nen ent­ge­gen­kommt. Die Bur­gun­der­sor­ten fass­ten auf Anre­gun­gen des Erz­her­zog hin Fuß, zuerst Rulän­der, sodann Weiß­bur­gun­der sowie Blau­bur­gun­der. Die Sorte Rhein­ries­ling konnte sich nicht durch­set­zen. Erst letzt­hin ent­ste­hen davon Anla­gen im Vinsch­gau und Eisack­tal, die auf die ers­ten Erfolge vor ein­hun­dert­fünf­zig Jah­ren anschlie­ßen kön­nen. Ganz anders die Sorte Tra­mi­ner. Ohne auf den Dis­put ein­zu­ge­hen, ob der Gewürz­tra­mi­ner hei­mi­schen Ursprungs ist, Tat­sa­che ist jedoch, dass er anfangs des 18. Jahr­hun­derts in Tirol nicht anzu­tref­fen war und ihn Erz­her­zog Johann in die Umge­bung sei­nes Namens­ge­bers, dem Dorf Tra­min, brachte. Neu für die dama­lige Zeit war sicher­lich auch der rein­sor­tige Anbau und Ein­kel­te­rung und die dar­auf­fol­gende Fla­schen­fül­lung. Die Vor­ga­ben des Erz­her­zogs Johann fan­den in der Folge durch die Lehr­tä­tig­keit der Ver­suchs­an­stalt in San Michele an der Etsch, 1874 gegrün­det, seine Fort­set­zung. Die end­gül­tige Umset­zung die­ser Sor­ten­aus­rich­tung erfolgte erst in den letz­ten drei­ßig Jah­ren, wodurch sich der Süd­ti­ro­ler Wein zumin­dest am ita­lie­ni­schen Markt eine beson­dere Aner­ken­nung ver­schafft.

Un svi­luppo simile in Sud­ti­rolo

Biso­gna pre­mettere che lo svi­luppo agri­colo del Tirolo di allora aveva par­ec­chio in comune con quello della Stiria.
Un primo ten­ta­tivo per fon­dare un’associazione che pro­muo­vesse il pro­gresso agri­colo avvenne nel 1839 alla dieta tiro­lese da un rap­p­re­sen­tante della città di Lienz. Alla corte impe­riale vien­nese le pro­ce­dure di auto­riz­za­zione si pro­lun­ga­rono alla lunga. Sol­tanto nel 1838 si poteva svol­gere l’assemblea di fon­da­zione dell’”Imperial Regia Società Agri­cola del Tirolo e del Vor­arl­berg” ad Inns­bruck. l’associazione aveva il com­pito di “dif­fon­dere nella patria tutte le cono­sci­enze agra­rie e di sos­tenere in tutti i modi le indus­trie agra­rie. Il conte Johann Trapp, pro­prie­tario del cas­tello Chur­burg e resi­dente ad Inns­bruck, riuscì come primo pre­si­dente ad avere come pro­tet­tore supremo della società l’arciduca Gio­vanni. Le sue capa­cità tech­niche ed orga­niz­za­tive, dovute all’esperienza ven­ten­nale nella stessa asso­cia­zione in Stiria erano molto richieste.
L’arcidua Gio­vanni pre­sie­deva suc­ces­siva­mente spesso le assem­blee. Gra­zie alla popo­la­rietà che godeva nella popo­la­zione dava popo­la­rietà neces­saria alla Società. Il primo passo era la fon­da­zione di filiali. Nel Sud­ti­rolo con­cer­nava la val Pus­teria con Bru­nico l’8 mag­gio 1838 ed il cir­con­dario dell’Adige con Sede a Bol­zano, fon­dato il 20 aprile 1838. La Val Ven­osta era aggre­gata con l’alta Valle dell’Inn, mentre Trento e Rovereto face­vano una filiale prin­ci­pale. L’attività prin­ci­pale delle filiali erano col­ti­va­zioni spe­ri­men­tali, miglio­ra­menti nella zoo­tecnia e nella difesa delle col­ture e la for­ma­zione delle popu­la­zioni rurali tra­mite biblio­grafia spe­ci­fica.
Alla riunione del 23 lug­lio 1838 della filiale di Bol­zano alla quale par­te­ci­parono 142 soci l’arciduca Gio­vanni venne a sapere che: “… alcuni nos­tri soci si sono fatti port­are da Milano e Cham­bery (Savoia) la vite della Bor­gogna, Bor­deaux noir (Caber­net?), Bor­gogne noir (= Pinot nero), Alea­tico, Malaga ed altri viti­gni chia­mati con il nome della loro pro­ve­ni­enza, così import­anti per la colo­ra­zione dei vini di molti nos­tri comuni viti­coli e li hanno pian­tate assieme al nos­tro buo­nis­simo Chas­selas. Altri pian­tano il nobile Ries­ling e la vite di Orleans che pren­dono da Rüdes­heim nel Rhein­gau.

doppelpergl

Reb­an­lange mit einer Dop­pel­pergl-Erzie­hung, eine Anbau­form, die seit Jahr­hun­derten bis zum heu­tigen Tag in Süd­tirol gepflegt wird.
Impi­anto di vigneto con il sis­tema di alle­va­mento di per­gola doppia, una forma che da secoli fino al giorno d’oggi viene usata in Sud­ti­rolo.

 

Impi­anti nell’Oltradige

Nel 1840, all’occasione dell’assemblea dell’associazione la filiale di Bol­zano rife­risce degli impi­anti di viti­gni fran­cesi, del Reno e di altre pro­ve­ni­enze da parte del signor von Kin­sele prima e del signor Ignaz von Gio­va­nelli dopo. Nel 1841 i soci erano già 292. Sono state ban­dite delle meda­glie ai soci che aves­sero fatti impi­anti con varietà in com­pa­ra­zione. A Bol­zano l’associazione aveva affit­tuato un appez­za­mento dal comune ed allestito un campo spe­ri­men­tale. Fino al 1845 questo era allestito con molte varietà di vite e di mori nazio­nali ed esteri. Si suti­a­rono però anche varietà frut­ti­fere e di giar­di­naggio. L’arciduca Gio­vanni ne offrì venti varietà pro­ve­ni­enti dal vivaio di Graz.
I viti­gni più ricer­cati erano pre­coci e di intensa colo­ra­zione, ma anche da tavola. Le varietà fran­cesi dei vigneti di Anton von Igeam pro­ve­ni­vano dai vigneti dell’Arciduca Carlo presso Baden che a sua volta le aveva rice­vute da Fran­ken­thal vicino a Rüdes­heim nel Rhein­gau. Anche nella giar­di­nieria di corte di Josef Stolz a Bres­s­a­none si tro­va­rono “novanta nobili viti­gni, spes­sis­simo alsa­ziani” che furono inviati alla sede cen­tra­lecdi Inns­bruck. Lo slan­cio della sede cen­trale perse però di inten­sità col tempo, la dire­zione era troppo eli­taria e man­cava la par­te­ci­pa­zione con­ta­dina. La filiale di Bol­zano, man­te­nendo il leg­ami con la sede, si dette nel 1852 un pro­prio sta­tuto. Nel 1869 divenne però un’associazione indi­pen­dente di agri­col­tura e di giar­dinag­gio.

 

L’arciduca Gio­vanni come esem­pio

L’arciduca Gio­vanni ha visi­tato quasi tutti gli anni per qual­che giorno o diverse set­ti­mane il Tirolo. Nel 1841 incon­tra il diret­tivo della filiale di Bol­zano e si fa aggior­nare circa le uve, i prezzi ed i quan­ti­ta­tivi. Il suo dia­rio riporta: “Quanto non si pot­rebbe fare quì!” e “Penso che i pen­dii di Bol­zano sare­b­bero un posto per col­ti­vare uve die Mos­cato.“
Josef von Gio­va­nelli, un suo uomo di fidu­cia, venne da lui inca­ri­cato a tro­vare una pro­prietà.
Nel 1845 acquista il cas­tello di Scena, ma senza super­fici agra­rie. Giunse ad una tenuta in un altro modo. Il suo figlio Franz, dopo essere stato nomi­nato Conte di Merano, ha rice­vuto dall’imperatore aus­triaco come feudo la tenuta con pal­lazzo di St. Valen­tin nella loca­lità App­iano Monte che rimase della famiglia fino al 1926.

Nel 1847 l’arciduca Gio­vanni si tro­vava lì per assis­tere a diversi lavori di ris­trut­tu­ra­zione, miglio­ra­mento fon­diario e reim­pianto, poi ad Andriano dove posse­deva prati e sta­gni. Nel 1850, di nuovo a St. Valen­tin con il suo uomo di fidu­cia von Gio­va­nelli, scrisse: “Mi sono accorto di molti cam­bia­menti… Gli alberi da frutto ed i gelsi hanno attec­chito bene, due stanze sono ris­trut­turate. Quello che mi è pia­ciuto di più era il nuovo vigneto di Tra­miner e Pinot gri­gio che nono­st­ante l’annata dif­fi­cile è bello vigo­roso, pieno di uva. Un esem­pio, cosa si può fare, per me la ricom­pensa per aver comin­ciato questi lavori. Ho detto a Penz come dovrà fare il vino.” Nel 1855 l’arciduca ha ritro­vato tutti gli impi­anti com­piuti ed anche ad Andriano erano state rea­liz­zate le per­gole.

gewuerztraminer

Die Gewürz­tra­mi­ner-Traube.
Grap­poli di Gewürz­tra­mi­ner.

A Bol­zano anche il suo fra­tello ha fatto impi­anti moderni di vite, inoltre pra­ti­cava la col­tura del baco di seta, della frutta e della vite su due masi a Lai­ves. Altri pro­prie­tari ter­rieri com Karl von Zal­linger hanno fatto ugual­mente buone espe­ri­enze, segu­endo i con­sigli dell’arciduca pian­tando con la forma di alle­va­mento ren­ana, cioè albe­rello con sin­golo palo, le varietà renane come Ries­ling, Tra­miner, e Pinot nero. Nel 1856 il gior­nale “Boz­ner Zei­tung” rac­conta della visita da parte dell’arciduca dei vigneti a Sand, dove per­altro ha dimostrato lui stesso, come si col­tivano le gio­vani bar­ba­telle.
Dopo l’acquisto del cas­tello di Scena nel 1845 ha com­prato nel 1852 il vicino palaz­zo­Thurn con l’annessa azi­enda agri­cola, il Thur­n­erhof.
Dal suo ammi­nis­tra­tore peter von Söl­der si è fatto impi­ant­are “un vigneto secondo cri­teri razio­nali”. Si trattò di nuovo di un alba­rello pali­fi­cato. Non si sà niente circa le varità, ma è pro­ba­bile che si trattò di Ries­ling, Tra­miner e Pinot gri­gio. Sotto l’amministrazione di Chris­toph Frank che ivi rimase fino al suo acquisto del podere di St. Valen­tin nel 1926 la super­ficie vitata al Thur­n­erhof accre­sceva fino a 2,5 ettari.
Trent’anni fa la frut­ti­col­tura ha sosti­tuito lì la col­tura della vite.

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Die Wein­berge im Burg­gra­fen­amt mit den Schlös­sern Rametz, Labers und Goyen; die Reb­sorte Blau­bur­gun­der nahm hier sei­nen aus­gang und auf Schloss Rametz wurde erst­mals Wein in Fla­schen gefüllt.
I vigneti del Burg­gra­viato con i cas­telli di Rametz, Labers e Goyen; La varietà Pinot nero si è dif­fusa da quì ed al cas­tel Rametz si è messo il vino per la prima volta in bot­tiglia.

L’Arciduca Gio­vanni non potè vedere l’affermazione defi­ni­tiva delle sue idee nel Tirolo in quanto morì nel 1859 a Graz. Pochi anni dopo nelle clas­si­fiche delle pre­mia­zioni della Società Agri­cola figu­rano un Tra­miner 1859 del Conte di Merano ed un St. Valen­tin del 1862.
Più tardi Chris­toph Frank del Reben­hof die Gries presso Bol­zano com­mer­cia­liz­zerà il “St. Valen­tiner Schloss­hof”.
È degno di nota che una can­tina rino­mata di San Michele/Appiano uti­lizza la deno­mi­na­zione St. Valen­tin per la linea top dei suoi vini: tut­tora Gewürz­tra­miner, Sau­vi­gnon, Pinot gri­gio ed altri. Il nome “Stra(h)ler” che si uti­lizza nell’Oltradige è ricon­du­ci­bile allo spi­rito inno­va­tivo dell’arciduca. Infatti le “Stra­reben”, dette anche “Ste­cke­le­reben” non erano altro che gli impi­anti di albe­rello pali­fi­cato che appa­re­vano per la prima volta a St. Valen­tin nell’Oltradige. Lo “Stra(h)ler è un vino bianco, di solito un taglio tra Pinot bianco, Ries­ling, Pinot gri­gio e Sil­vaner. Cioè quelle varietà ha impor­tato dalla sua espe­ri­enza sti­riana e che ha tro­vato imi­ta­tori soprat­tutto a Monte di App­iano. Luis Ober­rauch rac­conta di un impi­anto del genere ancora dello secolo scorso presso lo “Stro­blhof”.
Il rac­conto di viag­gio del 1864 da parte di A. von Babo, diret­tore della scuola frut­ti­cola e viti­cola di Klos­ter­neu­burg, non era molto lusin­ghiero per la viti­col­tura tiro­lese in quanto “lì si beve solo vino molto sca­dente”. Vide la causa di ciò nelle varietà in com­bi­na­zione con il sis­tema alto di alle­va­mento della per­gola. I vigneti invece di von Zal­linger e Bauer sono stati elen­cati come esem­plari. Una ripresa su larga scala della viti­col­tura si rea­lizzò ovvia­mente sol­tanto attra­verso i decenni. Un primo passo si fece con l’introduzione di nuove varietà ma anche di nuovi sis­temi di alle­va­mento nel peri­odo sopra descritto. Erano sin­goli pio­nieri attorno all’Arciduca Gio­vanni come von Zal­linger, Arci­duca Raniero e Hein­rich von Gio­va­nelli a Bol­zano, Bos­ca­rolli a Merano, von Gug­gen­berg a Bres­s­a­none che pren­dendo l’esempio dalle azi­ende modello dell’Arciduca Gio­vanni sta­bi­l­irono nuovi cri­teri.

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Wein­bau und Ansitz St. Valen­tin in Eppan.
Viti­col­tura e palazzo di St. Valen­tin ad App­iano.

In questo modo furono rea­liz­zati alla metà del 19º secolo attorno a Merano impi­anti simili con Ries­ling e Tra­miner: da parte di Josef Inner­hofer al cas­tello di Goyen acquis­tato nel 1857 e da parte del conte Joseph Trautt­mans­dorff nella allora pro­prietà com­prata nel 1847. Segu­irono il cano­nico Schütz ed il com­mer­ci­ante Zin­gerle sul Küchel­berg. Inoltre il con­vento di Stam a St. Valen­tin, Kof­ler sul Küchel­berg, Waibl attorno al cas­tello di Leben­berg, il contre Bran­dis a Lana e von Bres­sen­dorf a cas­tel Vernaun con Ries­ling, Pinot nero e Por­tu­gieser. Il Bur­gra­viato nel tirolo di allora costi­tuiva l’epicentro della viti­col­tura moderna.

 

Cosa è rimasto d’allora?

La forma di alle­va­mento bassa con un palo sin­golo, chiamto da queste parti anche „Ste­cke­lebau“, non riuscì ad imporrsi. La per­gola era una tec­nica affer­mata e per­met­teva rese per ett­aro più ele­vate. La spal­liera, spe­ri­men­tata con suc­cesso da Bos­ca­relli a cas­tel Rametz, allora ancora nella forma bassa, si impose sol­tanto dopo la Seconda Guerra Mon­diale. Ini­zi­al­mente solo nella Valle Isarco ma nel frat­tempo è il sis­tema di alle­va­mento più dif­fuso nei nuovi impi­anti. Alcuni degli impi­anti di allora nel Bur­gra­viato sono stati con­ver­titi a meleti.
Come risul­t­ato dura­turo si è mani­fes­tata la scelta varie­tale di allora. Per la prima volta nel pas­sato recente si è pun­tato su viti­gni a bacca bianca. 

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Wein­berge um den Kal­te­rer See.
Vigneti attorno al Lago di Cal­daro.

Questa ten­denza per­mane tut­tora, dopo che si è dif­fusa a par­tire dagli anni 80 la con­vin­zione che in gene­rale le con­di­zioni cli­ma­tiche delle nostre super­fici vitate favo­ris­cono i vini bian­chi frut­tati e pieni. Le varietà bor­go­gnotte a seguito dei sug­ge­ri­menti dell’Arciduca Gio­vanni pre­sero piede, prima il Pinot gri­gio, poi il Pinot bianco ed il Pinot nero. La varietà Ries­ling non si poteva imporre. Solo ulti­ma­mente ne sono stati fatti degli impi­anti in Val Ven­osta ed in Val Isarco che si possono ricol­le­gare ai primi suc­cessi di 150 anni fa. Del tutto diver­sa­mente era lo svi­luppo del viti­gno Tra­miner. Anche se non si vuole con­tri­buire alla dis­puta se il Gewürz­tra­miner è di ori­gine nost­rana, biso­gna accet­t­are che questo all’inizio del 18. secolo non era ritrova­bile nel Tirolo e che l’arciduca Gio­vanni lo ha por­tato nella zona del paese di Ter­meno che gli ha dato il suo nome. Una novità per i tempi di allora erano sicur­a­mente anche la col­ti­va­zione di varietà in purezza e la con­se­guente vini­fi­ca­zione e l’imbottigliamento. Le diret­tive dell’Arciduca Gio­vanni tro­va­rono la loro con­ti­nua­zione nel lavoro di istru­zione da parte della sta­zione di ricerca di San Michele all’Adige, fon­data nel 1874. L’affermazione defi­ni­tiva di questa scelta varie­tale avvenne sola­mente negli ultimi trent’anni cau­sando un rico­no­sci­mento par­ti­co­lare per­lo­meno sul mer­cato ita­liano.

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