Gegen die Vermenschlichung der Reben — Contro l’umanizzazione delle viti

Geschrieben von am 31. August 2014 | Abgelegt unter Allgemein - Generale

Die fort­schrei­tende Urba­ni­sie­rung und die zuneh­mende Ent­frem­dung wei­ter Teile der Bevöl­ke­rung vom Leben am Land einer­seits sowie die Indus­tria­li­sie­rung bedeu­ten­der Teil der Land­wirt­schaft and­rer­seits haben beson­ders bei den sen­si­ble­ren Kon­su­men­ten neue Bedürf­nisse geweckt. Neben der Qua­li­tät der Lebens­mit­tel an sich ste­hen die Sehn­süchte nach einer klein­struk­tu­rier­ten, har­mo­nisch gut in Land­schaft und Gesell­schaft ein­ge­bet­te­ten, dem Stress der heu­ti­gen Zeit trot­zen­den Land­wirt­schaft immer mehr im Vor­der­grund.

La pro­gres­siva urba­niz­za­zione e l’alienazione di una grande parte della popola­zione nei con­fronti della vita di cam­pa­gna da un lato e l’industrializzazione di por­zioni import­anti dell’agricoltura dall’altra parte hanno sus­ci­tato soprat­tutto presso i con­su­ma­tori più sen­si­bili nuovi biso­gni. Accanto alla qua­lità degli ali­men­tari di per sé si evi­den­zia sempre di più il desi­de­rio di un’agricoltura delle pic­cole strut­ture, com­pa­ti­bile con il paesag­gio e la società, baluardo nei con­fronti dello stress odierno. 

Diese Bedürf­nisse sind nach­voll­zieh­bar, trei­ben aber manch­mal auch die selt­sams­ten Blü­ten. So las ich kürz­lich in einem ein­schlä­gi­gen Blog und einem New­s­por­tal: “Tat­säch­lich ist es fast über­flüs­sig zu sagen, dass Böden, wel­che im Gleich­ge­wicht und reich an Nähr­stof­fen sind, einen bes­se­ren Wein her­vor­brin­gen, es müsste nicht ein­mal not­wen­dig sein, dies zu bewei­sen” und “Die Reben zu schnei­den bedeu­tet für sie Stress und beein­träch­tigt die Har­mo­nie der Weine.” * Es erschreckt jeden Prak­ti­ker wie non­cha­lant hier mit Schuss­fol­ge­run­gen um sich geschmis­sen wird, aus­ge­hend von einem anthro­po­zen­tri­schen, roman­tisch ver­bräm­ten Welt­bild. Und das sind nur ein paar Aus­züge. Dabei wird ganz ein­fach igno­riert, dass die Pflan­zen nicht das urei­gene Ziel haben, mög­lichst gute Pro­dukte uns zur Ver­fü­gung zu stel­len, son­dern bestrebt sind, zahl­reich zu über­le­ben und sich nach Mög­lich­keit zu ver­meh­ren und aus­zu­brei­ten. Dem­entspre­chend haben sich, bis die Selek­ti­ons­ar­beit des Men­schen ein­ge­setzt hat, jene Reben ver­brei­tet, die gegen­über ihrer Umwelt wider­stands­fä­hi­ger waren und deren Früchte von den Tie­ren bevor­zugt wur­den, so dass auch die Ver­brei­tung gewähr­leis­tet war.

Questi biso­gni sono com­pren­si­bili ma generano ogni tanto strani frutti. Ulti­ma­mente si poteva leg­gere per esem­pio in un blog e su un por­tale: “In effetti sem­bra quasi una bana­lità dire che da ter­reni più equi­li­brati e più ric­chi viene un vino migliore, non dov­rebbe nem­meno esserci biso­gno di dimostrarlo.” e “Pot­are le viti vuol dire stress­arle e ciò com­pro­mette l’armonia del vino.” * Da ope­ra­tore del set­tore si è inor­ri­dito da queste dedu­zioni but­tate lì con non­cha­lanche, bas­ate una visione del mondo antro­po­cen­trica e intrisa di roman­ti­cismo agro­pa­sto­rale. E questi sono solo alcuni stralci. Come filo comune viene igno­rato il fatto che le piante non hanno come scopo pecu­li­are for­nirci pro­dotti il più pos­si­bile buoni ma di sopra­vi­vere al meglio, di mol­ti­pli­carsi e di dif­fon­dersi. Prima che ini­zi­asse il lavoro di sele­zione da parte dell’uomo si sono dif­fuse quelle viti che hanno resis­tito meglio alle avver­sità ambi­en­tali ed i quali grap­poli erano i più ape­ti­bili per gli ani­mali che ne hanno dif­fuso i semi.

Unsere Inter­es­sen decken sich sel­ten bis nie mit denen der Pflan­zen. Ein paar Bei­spiele: Damit in unse­rem Sinne wert­ge­bende Inhalts­stoffe in die Trau­ben gelan­gen, sind meh­rere leichte Stress­si­tua­tio­nen in der Vege­ta­ti­ons­pe­ri­ode för­der­lich. Die Rebe wünscht sich diese aber sicher nicht. Die phy­sio­lo­gi­sche Reife, dort wo die Keim­fä­hig­keit des Reben­sa­mens erreicht wird, deckt sich nicht mit der tech­no­lo­gi­schen Reife, dem spä­te­ren Zeit­punkt, wo die Trau­ben jene Zusam­men­set­zung haben, die wir für unsere Weine anstre­ben. Beson­ders augen­schein­lich ist es bei den Hefen: gären sie bei den Tem­pe­ra­tu­ren, bei denen ihr Meta­bo­lis­mus am eif­rigs­ten arbei­tet, ver­meh­ren sie sich am bes­ten, wir bekom­men aber Weine, denen wich­tige Aro­men feh­len, da diese sich bei den hohen Tem­pe­ra­tu­ren einer nicht gesteu­er­ten Gärung aus dem Wein ver­flüch­ti­gen. Also kein guter Wein von glück­li­chen Hefen!

I nos­tri inter­essi coin­ci­dono rar­a­mente con quelli delle piante. Qual­che esem­pio: Per­ché la com­po­si­zione dell’uva sia quella che dà i vini migliori alcune situa­zioni di leg­gero stress sono spesso necessa­rie. Ciò non pia­cerà sicur­amente alla vite però. La matu­ra­zione fisio­lo­gica, cioè quando il vin­ac­ciolo è pronto per la ger­mi­na­tura, non col­lima con quella tec­no­lo­gica, che cor­ris­ponde alla com­po­si­zione dell’acino da noi voluta, si rag­gi­unge più tardi. La dis­crepanza tra i nos­tri obi­et­tivi e quelli del mondo vege­tale si mani­festa in modo molto evi­dente nel caso dei lie­viti: se fer­men­ti­amo alle tem­pe­ra­ture che più add­icono al loro meta­bo­lismo si repro­du­ranno molto velo­ce­mente ma a causa delle tem­pe­ra­ture alte noi otte­remo vini pri­vati di un’importante parte del cor­redo aro­ma­tico. Per­ciò niente vino buono da lie­viti felici!

Damit will ich nicht sagen, dass nur Zwang und Über­be­an­spru­chung im Sys­tem Mensch/Rebe gute Weine lie­fern. Viel­mehr ist es mir wich­tig zu beto­nen, dass in die­ser inten­si­ven und inter­es­san­ten Bezie­hung keine mensch­li­chen Maß­stäbe ange­legt wer­den kön­nen. In der gerne zitier­ten Ver­gan­gen­heit geschah dies auch nicht. Mehr Nüch­tern­heit tut Not.

Con questo non voglio dire che solo forz­a­tura e pres­sione nel sis­tema uomo vite dia buoni vini. Piut­tosto per me è importante sot­to­li­neare che in questa intensa ed inter­es­sante rela­zione i cri­teri umani sono fuori posto. E lo erano da sempre, anche in quel pas­sato così spesso revo­cato in queste dis­cus­sioni. Più sobrietà non guas­ter­ebbe.

* Ich habe ganz bewusst diese Aus­sa­gen nicht ver­linkt, da es mir nicht um das Ankla­gen ein­zel­ner geht, son­dern um das Auf­zei­gen einer Ver­zer­rung der Wirk­lich­keit.

* Non ho lin­kato volu­t­amente le fonti in quanto non voglio accusare per­sone in par­ti­co­lare ma evi­den­zi­are una defor­ma­zione della realtà.

2 Kommentare zu “Gegen die Vermenschlichung der Reben — Contro l’umanizzazione delle viti”

  1. am 2. September 2014 um 13:44 1.roberto schrieb …

    Sono pie­na­mente in accordo con quello che scrivi. Se ci pensi anche il rap­porto con gli ani­mali domestici è cam­biato a tal punto che si para­gona un cane ad un bimbo. Questa onni­po­tenza del voler addo­mesti­care anche quello che la natura ha sempre voluto “sel­vag­gio”.

    Ich bin zur Gänze ein­ver­stan­den mit dem, was Du schreibst. Wenn man an das Ver­hält­nis zu den Haus­tie­ren denkt, dann merkt man, dass es sich so ver­än­dert hat, dass man einen Hund mit einem Kind ver­gleicht. Diese All­macht auch das domes­ti­zie­ren zu wol­len, was die Natur seit jeher “wild” haben wollte.

  2. am 3. September 2014 um 18:46 2.Andreas Berger schrieb …

    Kom­pli­mente für die­sen Bei­trag, deine Worte in Got­tes Ohr!!!!

    Com­pli­menti per questo post, spe­riamo che tu venga sen­tito!!!!

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