Attenzione – These bottles aren’t a political statement

Eigentlich ein alter Hut, werden die meisten der Leser sagen, wenn sie insbesondere die Flaschen mit den Abbildungen von Mussolini in eindeutiger Duce-Pose und dazugehörigen Kampfparolen sehen (2008 in einem italienischen Badeort). Das Erscheinen der Flaschen mit dem Konterfei des italienischen Diktators und jener von Hitler-Etiketten gekennzeichneten hat vor ein paar Jahren für ordentlichen Wirbel gesorgt (1, 2, 3). Einerseits kamen gesetzliche Unzulänglichkeiten und ein von vielen als zu salopp empfundener Umgang mit der Vergangenheit in Italien zum Vorschein (4, 5, 6, 7), andrerseits fühl(t)en sich besonders deutsche Touristen laut den Aussagen der Verkäufer von den Hitler-Weinen angezogen (5, 7). Irgendwie ist da was diesseits und jenseits der Alpen schief gelaufen…

Der Hersteller, Vini Lunardelli, hat es auf diese Weise sogar zu einem englischsprachigen Wikipedia-Eintrag gebracht und erfolgreiche Nachahmer gibt es auch schon (7). Dass die sogannte „linea della storia“ mit kommunistischen Diktatoren und Aktivisten, amerikanischen Präsidenten und letztlich sogar mit vergangenen Päpsten (!) „abgerundet“ wurde, hat angesichts des eindeutigen Käuferverhaltens wohl nur Feigenblattcharakter.

Wie gesagt, die Geschichte ist nicht neu, die medialen Wogen der Empörung außerhalb Italiens haben sich nach dem mehrmaligen Freispruch des Produzenten inzwischen wieder geglättet. Als ich aber dieses Angebot gut ersichtlich im Dorfkern von Monterosso Cinqueterre letztlich sah, hat mir aber besonders der Spruch des Ladenbesitzers: „Diese Flaschen stellen keine politische Stellungnahme dar“ doch zu denken gegeben.

Für den Verkäufer kann das unter Umständen wirklich zutreffen; wen wundert es, im vielzitiertem Zeitalter der Beliebigkeit und bedingungsloser Verkaufsorientierung. Um eventuellen lästigen Diskussionen vorzubeugen, hat er sich immerhin genötigt fühlt, diesen Satz anzubringen. Aber gilt das auch für den Käufer? Dass diese Flaschen nicht wegen des Inhalts erstanden werden, müsste eigentlich nicht einmal erwähnt werden. Und wenn ich einen Wein wegen dem Etikett kaufe, dann will das heißen, dass ich mich in besonderem Maße davon angezogen fühle. Nur aus Dokumentationszwecken wird niemand daran interessiert sein, auch nicht, um beim Blick in das heimelige Weinregal an die von diesen Herren verursachten Greuel erinnert zu werden. Selbst wenn die Käufer den obigen Satz an ihrer Sammlung anbringen würden, wer möchte es ihnen abnehmen?

5 Gedanken zu „Attenzione – These bottles aren’t a political statement

  1. Pingback: Ins Netz gegangen 21.08.08

  2. Hallo Armin,

    der Link führt auf auf http://www.suedtirol.ch

    http://www.suedtirol.ch/index.php/2008/07/11/suedtiroler-blogwelt-politisiert/#more-380

    Ich habe dort den Vorschlag gemacht, dass die aktiven Blogger sich einmal treffen sollten. Und zwar politische und auch unpolitische.
    Hauptthema: Gemütliches Beisammensitzen bei an guaten Glasl Wein.
    Der Ort könnte bei Lorenz in Moritzing sein, er hat Kapazität bis max. 30 Bloggern.
    Kommen würden (hoffe ich) Blogschreiber, die über Aktualität in Südtirol schreiben.
    Grüne (Lobis), AN (Orfino), Puff (Süd-Tiroler Freiheit, aber eben auch weniger aktive Blogger wie ich.
    Aber wie gesagt, das Treffen sollte bewirken, dass man sich persönlich kennenlernt in einem sehr schönen Ort.
    Weil meine Hauptkritik war, dass wenn man nur schreibt, man sich sehr begrenzt oft auch ausdrücken kann.
    Wenn man sich kennt, schätzt man sich mehr, auch wenn man nicht alle Ideen teilen muss.
    Und Wein ist sowieso ein Thema, da der Blogger segnavia aus der Toskana stammt und das Treffen ja unter Lorenz Lagreinpergl stattfinden würde 🙂 (leider durch den massiven Hagelschlag bemitleidet)

    Der Termin würde schon mal stehen: Freitag der 01. August. Wenn es klappt kannst mit mir fahren. Ich trinke nie mehr als 1 Glas Wein oder Bier.

  3. hallo günther,

    ja, das mit den gerichten liegt mir auf dem magen, ich sollte der einladung folge leisten.

    von was für einem bloggertreffen sprichst du?
    habe ich da was verpasst?

    mlg
    armin

  4. Bravo Armin, ich teile deine Meinung…der Wein drinn ist eher zweitrangig, das Etikett zieht an. Leider!

    Abgesehen davon kann es ruhig beunruhigen, wenn man solche Flaschen im freien Handel kaufen kann.

    Dein Nochbor….:-)

    P.S: Übrigens…du bisch aufgfordert gwordn, do mitzumochen:

    http://www.spaghetti-mit-knoedel.com/mir-sein-mir/so-isst-suedtirol-reloaded

    i honn meine Pflicht schun getun….und du muasch mit zum Bloggertreffen kemmen!

    Grüsse Günther

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