Hassliebe

“Oft sind es nur einzelne Beere, welche von der Fäulnis angesteckt werden, oft aber auch halbe und ganze Trauben. Solche unreif gefaulten Beere bleiben sauer, und schaden nicht nur der Güte des Weines, sondern geben ihm auch einen unangenehmen widrigen Geschmack, oder machen ihn gar ungenießbar, wenn viele solche Trauben unter die andre kommen.”
KALB 1810 *

Mit diesem immer noch gültigem Zitat beginnt meine Diplomarbeit, welche ich 1990 an der Universität für Bodenkultur eingereicht habe. Seit der Beschäftigung mit “Die quantitativen Veränderungen von Traubeninhaltsstoffen und die Aktivitätsbestimmung des Enzyms Laccase bei klassifiziertem Botrytisbefall” kultiviere ich zwangsläufig ein besonderes Verhältnis zu diesem Pilz. Wir wissen, dass je nach Sorte, Befallszeitpunkt, herbstlichem Witterungsverlauf und angestrebtem Weinstil dieser Pilz Segen oder Fluch bedeuten kann.

“Unreif gefaulten Beere” habe ich bei unserem zuletzt gelesenen Gewürztraminer nicht gefunden. Der im Bild ersichtliche Botrytisbefall hat sich erst in den letzten Tagen danke der feuchten Witterung entwickelt ,weshalb man schon von einer beginnenden Edelfäule sprechen kann. So etwas hatten wir noch nie, ich bin gespannt, wie sich diese etwas botrytisgeprägte Teilmenge auf den Gesamt-Gewürztraminer auswirken wird.

* L.H. Kalb: Der Weinbau nach theoretischen und praktischen Kenntnissen. Verlag Erhardische Buchhandlung, Stuttgart 1810.

Der Keller füllt sich, der Regenmesser leider auch — La cantina si sta riempendo, purtroppo anche il pluviometro

Nachdem sich schon wieder Regen angekündigt hatte (der wievielte eigentlich inzwischen?) habe ich mich im Sinne der Risikoabwägung entschlossen, am Tag davor, den 24. September, die Hälfte der Gewürztraminertrauben zu wimmen. Prompt, genau wie vorausgesagt, öffneten sich am Abend des gleichen Tages die Himmelssschläußen und widerum fielen bis zum nächsten Tag über 50 mm Regen. Das Wetter kann man nicht ändern, aber die Möglichkeit, im Vorfeld darauf zu reagieren, ist gegenüber früher ein riesiger Fortschritt. Die Grundlage dafür bieten die Wetterdienste, der Zugang über das Internet ist problemlos. Mit Hilfe jener aus der Schweiz, Österreichs, Italiens und natürlich ganz besonders mittels dem landeseigenen, versuche ich abzuschätzen, ob und wann, wieviel oder wie lange das schlechte Wetter in Gebiet meiner Weingärten andauern wird. Auch der Regenradar ist nützich (1,2). Und ich muss sagen: die Qualität der Voraussagen ist sehr gut geworden.

Dopo di chè è stato annunciato di nuovo l’ennesima pioggia ho deciso di vendemmiare il 24 settembre una parte  delle uve di Gewürztraminer, cercando di gestire al meglio il rischio. Prontamente, esattamente come predetto, la sera è cominciato il diluvio apportando fino al giorno dopo più di 50 mm di pioggia. Il tempo non si commanda ma la possibilità di reagire in anticipo è migliorata di parecchio rispetto a tempo fa, un vero progresso. La base di questo sono i servizi meteorologici, oggi accessibili comodamente attraverso internet. Con il supporto di quelli della SvizzeraAustriaItalia e naturalmente di quello provinciale cerco di valutare se e quando arriveranno precipitazioni e quanto durerà il maltempo, sempre nella zona dei miei vigneti. Anche il radar delle precipitazioni è molto utile (1,2). E devo dire che la qualità delle previsioni e ormai molto buona.

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Mit einem blaue Auge davongekommen? — Per il rotto della cuffia?

Mehr als 50 mm Niederschalg haben die Regenfälle vom 17. und hauptsächlich vom 18.9. mit sich gebracht. Wie schon berichtet, haben die dieses Tiefdruckwetter voraussagenden Wetterprognosen sowie der prekäre Gesundheitszustand der Chardonnay-Trauben uns zur einer für unsere Verhältnisse eher vorgezogenen Lese bewegt. Nachdem späte Lesetermine wesentlich zu unserer betriebseigenen Weinstilistik beitragen und für die Langlebigkeit der Weine sorgen, hat das mich ordentlich geärgert. So schnell kann es gehen…

Più di 50 mm di pioggia hanno apportato i giorno 17 e soprattutto 18 di settembre. Come ho già raccontato le previsioni pessime e lo stato di salute precario dello Chardonnay ci hanno portato a vendemmiare le uve di questo vitigno abbastanza presto relativamente alle nostre usanze aziendali. Siccome le vendemmie eseguite tardi fanno parte della nostra stilistica e sono importanti per la longevità dei vini, tutto ciò mi ha fatto arrabbiare parecchio. Certe volte le svolte arrivano così velocemente…

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Angezählt — Sul tappeto

Vielversprechend zeigten sich die Chardonnay-Trauben noch vor zehn Tagen. Das gute Zucker-Säure-Verhältnis, der ausgeprägte Geschmack sowie die damals festgestellte Schalenhärte ließen Hoffnungen auf was Besonderes, sofern man sich getraut, so weit nach vorne zu sehen, aufkommen. Jetzt, nach mehreren ergiebigen Niederschlagstagen muss nur mehr um Schadensbegrenzung gerungen, ein K.-o.-Niederlage vermieden werden.

Veramente promettenti si presentavano ancora dieci giorni fa le uve di Chardonnay. Il rapporto molto interessante tra zuccheri ed acidità, il sapore particolare e la durezza della buccia lasciarono sperare, se si osa prevedere l’evoluzione di un vino, in qualche cosa di più grande del solito. Adesso, dopo diverse giornate di pioggia anche abbondante ci si deve accontarsi di arginare i danni, di evitare una sconfitta per K.O.

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Unser Martiniwein – Nostro vino di San Martino

2009-11-11_09-24-44Nein, es ist nicht die Taufe eines neuen, in jedem Fall schon schon durch das Fegefeuer der Gärung gegangenen Weines. In unserem Fall war es heuer die Lese unserer letzten Trauben. Es handelt sich dabei um ein paar Stöcke der Sorte Tannat, welche neben der Hofstelle gepflanzt sind. Das spätherbstliche Wetter war wunderschön, die Temperaturen an diesem 11.11. am Morgen wieder einmal etwas unter dem Gefrierpunkt.

Non, non è il battesimo del nuovo vino che in ogni caso ha passato il purgatorio della fermentazione. Nel nostro caso si tratta della vendemmia delle nostre ultime uve, precisamente di alcuni ceppi della varietà Tannat. Il tempo tardoautunnale era splendido e le temperature minime quella mattina erano nuovamente un po’ sotto lo zero.

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Danke! — Grazie!

2009-10-02_09-20-21

Es ist an der Zeit, Danke zu sagen. Danke für die gute Arbeit in den Weingärten und schlussendlich bei der Lese. Danke Adolf und Hugo, danke Katarina und Vladimir, danke den immer wieder zur Verfügung stehen Lesehelferinnen und -helfern, danke dir, Monika für die Mithilfe aber besonders für die viele Geduld. Danke an alle Nichtgenannten, welche mit kleineren und größeren Hilfestellungen rund ums Jahr mit zum gelungenen Ergebnis beigetragen haben. Und Danke dir, Erich, für die finanzielle Starthilfe, ohne die es den weinhof KOBLER überhaupt nicht geben würde. Und schlussedlich Danke unserem Herrgott, ohne den überhaupt alles nichts sein würde.

È ora di dire grazie. Grazie per il buon lavoro in vigna e, concludendo l’anno, in vendemmia. Grazie Adolf e Hugo, grazie Katarina e Vladimir, grazie alle vendemmiatrici ed ai vendemmiatori sempre disponibili, grazie Monika per il tuo prezioso contributo e soprattutto per la grande pazienza. Grazie a tutti innominati che con i loro aiuti più o meno importanti hanno contribuito al risultato finale. e grazie a te Erich che col tuo sussidio finanziario hai reso possibile il weinhof KOBLER. E, finalmente, grazie al nostro Dio che senza di Lui, tutto sarebbe niente.

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Ein leichter Kretzer — Un rosato leggero

2009-09-30_09-49-37a… wird das auch heuer nicht werden. Macht nichts, bis jetzt hat es immer noch genug Konsumenten gegeben, welche diesem vornehmlich als Essensbegleiter zu betrachtenden Wein zugesprochen haben. Und zugegeben, so einen Wein will und kann ich mit Merlot, unserer Hausrotweinsorte, auch gar nicht machen. Will man nämlich die allgemeine geschätzte, von Erd- und Himbeeren geprägte Frucht anstatt den Paprikanoten, dann muss mit der Lese zugewartet werden. Dass dann der Alkoholgehalt nicht mehr nur 12 % Vol betragen kann, ist nur allzu logisch.

… non ci sarà neanche quest’anno. Non importa, finora si sono sempre trovati abbastanza consumatori che hanno optato per questo vino. Ed inoltre non voglio e non posso neanche fare del nostro vitigno rosso di casa un rosato leggero. Infatti, se si vogliono ottenere le note apprezzate e ormai consuete di lampone e fragola invece del peperone bisogna aspettare con la vendemmia. Che il risultato non si ferma ai 12 gradi alcolici è però anche ovvio.

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Hässlicher Gewürztraminer — Gewürztraminer ripugnante

2009-09-25_11-12-34Wie schon im vorigen Beitrag versprochen, reiche ich noch ein paar Bilder der für den Laien wahrscheinlich unappetlich wirkenden Gewürztraminer-Trauben sowie der nicht minder abturnenden Maische nach. Dies nicht unbedingt deshalb, weil ich die Nachfrage nach meinem Gewürztraminer Feld in den Griff bekommen muss.

Come già promesso nel servizio precedente presento delle immagini dell’uva e del pigiadiraspato di Gewürztramier che per il profano sembreranno probabilmente poco apetibili. Non lo faccio certo per limitare la richiesta del mio Gewürztraminer Feld.

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Erster Reifetest Rotweinsorten — Primo test di maturazione vitigni a bacca rossa

reifetest_rotHeute, für neugierigere sicher etwas spät, habe ich das erste Mal unsere Sorten beprobt, welche Rosé- und Rotwein erbringen. Nach der bewährten 300-Beeren-Methode haben Monika und ich in der jeweiligen Anlage einige zufällig verteilte Reihen durchschritten und, natürlich blind, drei Beeren pro Traube entnommen.

Oggi, per i più curiosi sicuramente tardi, ho campionato la prima volta i vigneti destinati alla produzione di vini rossi e rosati. Utilizzando il metodo provato dei 300 acini, Monika ed io abbiamo camminato per alcuni filari scelti a caso dove abbiamo prelevato, naturalmente alla cieca, tre acini per grappolo.

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